Als Lahm für Heldt eingewechselt wurde

Beim ersten Mainz 05-Bundesligaspiel am 8. August 2004 waren Philipp Lahm (heute FC Bayern, vordere Reihe links) und Horst Heldt (noch Schalke 04-Manager, vordere Reihe, 2.v.re.) noch Teamkameraden beim Gegner VfB Stuttgart. Archivfoto: imago/ExSpo

Mainz 05 gegen VfB Stuttgart - das ist für viele Rheinhessen eine besondere Partie, erinnert sie doch an das allererste Bundesligaspiel der Nullfünfer überhaupt. Besonders...

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. Von Bardo Rudolf

Wenn es gegen den VfB Stuttgart geht, werden Anhänger des FSV Mainz 05 schnell ein wenig sentimental. Dann geht der Blick zurück auf den 8. August 2004, den Tag, an dem die 05er zum ersten Mal Fußball-Bundesliga gespielt haben. Dass die Stuttgarter dieses Spiel 4:2 gewannen, weiß sicher jeder 05-Fan noch. Auch, dass Christof Babatz das historische erste Bundesliga-Tor der Mainzer erzielte. Und dass Cacau für die Schwaben dreimal traf, ist auch noch den meisten bekannt.

Doch birgt diese Partie noch mehr Schmankerl, an die es sich zu erinnern lohnt und die zeigen, wie viel sich seitdem verändert hat. Interessant ist vor allem ein Blick auf den Stuttgarter Kader. Einer der besten Schwaben war in besagtem Spiel Mittelfeldspieler Horst Heldt, der heute (noch) Sportdirektor des FC Schalke 04 ist und möglicherweise im nächsten Sommer von 05-Manager Christian Heidel beerbt wird. VfB-Trainer Matthias Sammer, nun Sportdirektor des FC Bayern München, wechselte Heldt dennoch aus und brachte für ihn niemand Geringeren als den 20-jährigen Philipp Lahm, der 2014 die deutsche Nationalmannschaft als Kapitän zum Weltmeister-Titel führte.

Zuvor hatte Sammer schon den 22-jährigen Kevin Kuranyi, danach 52-maliger deutscher Nationalspieler, für den späteren 05er Imre Szabics eingewechselt und sich den Luxus erlaubt, den 19-jährigen Mario Gomez, der bis heute 61 Länderspiele angesammelt hat, 90 Minuten auf der Bank sitzen zu lassen.

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Dies zeigt: Damals war der VfB insbesondere für junge Spieler eine Top-Adresse im deutschen Fußball und nicht nur deshalb als klarer Favorit in die Partie gegangen. Heute gilt die Jugendarbeit der Schwaben zwar immer noch als sehr gut, doch in der Bundesliga ist davon nicht mehr viel zu sehen. Weshalb der VfB tatsächlich als Außenseiter am Freitag in der Coface Arena aufläuft. Mit Jürgen Kramny auf der Trainerbank – der am 8. August 2004 übrigens in der 46. Minute eingewechselt worden war. Damals aber noch im 05-Trikot.