Alles Wichtige zur Zeitumstellung

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Ab Sonntag wird die Uhr eine Stunde vor auf Sommerzeit gestellt.  Archivfoto: Steffen Schellhorn / epd

In der Nacht von Samstag auf Sonntag war es wieder so weit. Hier erfahren Sie, was Sie zur Umstellung von Winterzeit auf Sommerzeit wissen müssen. Und eine Merkhilfe gibt es auch.

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DEUTSCHLAND. Zurück in den Sommermodus: Am Sonntag sind die Uhren von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt worden. Damit gilt in Deutschland und in den meisten Ländern Europas wieder die Sommerzeit. Wer sich nicht merken kann, wann die Uhr vor und wann sie zurück gestellt wird, sollte sich folgenden Spruch einprägen: Im Sommer werden die Gartenmöbel vor das Haus gestellt, im Winter wieder zurück. Aber warum wird eigentlich überhaupt an der Uhr gedreht?

Die Zeitumstellung geht zurück auf die Ölkrise 1973. Da es - wenn man die Uhr um eine Stunde vor stellt - abends länger hell bleibt, wollte man dadurch in den Abendstunden Energie sparen. Der Gedanke: Wenn es länger hell bleibt, müssen wir abends kürzer das Licht einschalten und sparen so Energie. Zugegeben - andere Länder waren bei der Einführung der Sommerzeit deutlich schneller, Deutschland zog erst 1980 nach.

Aber geht die Rechnung überhaupt auf? "Nein", sagt das Bundesumweltamt. Die Energieeinsparungen durch das spätere Licht einschalten seien minimal. Außerdem müsse man dadurch im Frühjahr und im Sommer morgens früher heizen. Somit heben sich die beiden Effekte gegenseitig auf.

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Aus diesen und weiteren Gründen hat die Zeitumstellung - nicht nur in Deutschland - viele Gegner. Die EU-Kommission startete 2018 eine EU-weite Online-Befragung, an der rund 4,6 Millionen Menschen teilgenommen haben. Das Ergebnis war eindeutig, denn 84 Prozent von ihnen sprachen sich für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus. Daraus ergab sich die ursprüngliche Absicht der EU, die Umstellung Ende 2021 abzuschaffen. Doch daraus wurde bislang nichts.

Die Mitgliedsstaaten müssen sich in vielen Punkten erst noch einig werden, etwa ob man dauerhaft in Sommer- oder Winter-, beziehungsweise Normalzeit rechnen solle. Das könnte zwar theoretisch jeder Staat unabhängig entscheiden, doch das könnte im schlimmsten Fall einen wahren Zeitzonen-Flickenteppich innerhalb der EU bedeuten.

Ginge es nach der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, würde Deutschland die Normalzeit beibehalten. Das Tageslicht und der Blauanteil des Sonnenlichts sei der "Hauptzeitgeber" für unsere innere Uhr und beeinflusse außerdem unseren Wach-Schlaf-Rhythmus.

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Durch die Zeitumstellung leiden besonders häufig Kinder, Menschen, die ohnehin schon an Schlafstörungen leiden und Ältere von Schlafstörungen betroffen. Auch das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann häufiger werden.