Wasserrohrbruch: Wiesbaden droht mehrtägiges Verkehrschaos

Der Verkehr in der Berliner Straße staut sich nach der Teilsperrung wegen eines Wasserrohrbruchs bis Erbenheim Nord. Foto: René Vigneron

Die Teilsperrung der Berliner Straße hat am Dienstagmorgen für viel Stau gesorgt. Die Arbeiten gehen voran, aber es wird noch dauern, bis die Teilsperrung aufgehoben werden kann.

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WIESBADEN. Die Berliner Straße (B54) muss noch bis Ende kommender Woche stadteinwärts gesperrt bleiben. Das hat Eswe Versorgung bekannt gegeben. Das dürfte bei vielen Autofahrern für Kummer sorgen. Denn die Sperrung in Folge eines Wasserrohrbruchs hatte bereits am Dienstag zu größeren Verkehrsbehinderungen im Berufsverkehr gesorgt. „Ich quäle mich seit 30 Minuten über die paar Kilometer auf der A671 und sehe jetzt schon, dass ich ewig in die Stadt rein brauche. Das ist Chaos pur“, berichtete ein Autofahrer am Morgen. „Man braucht locker 30 bis 40 Minuten länger in die Stadt.“ Auch ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen bestätigte, dass es morgens einen Rückstau bis Erbenheim-Nord gab: „Man kommt rein, aber es dauert.“

Rückstau bis Erbenheim-Nord

Der Wasserrohrbruch und das damit verbundene Verkehrsaufkommen habe im gesamten Liniennetz von Eswe Verkehr zu teils erheblichen Beeinträchtigungen geführt, sagte der Sprecher des Verkehrsunternehmens, Micha Spannaus: „Gerade auf den Linien, die die Berliner Straße stadteinwärts nutzen, waren und sind Verspätungen von 30 Minuten und mehr keine Seltenheit.“ Durch das hohe Verkehrsaufkommen in der Stadt hätten morgens auch andere Linien im Stau gestanden, was nahezu überall zu Verspätungen führte.

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„Nach unseren Informationen wird derzeit intensiv daran gearbeitet, dem Busverkehr die Nutzung der Berliner Straße stadteinwärts wieder zu ermöglichen. Wann das der Fall sein kann, stand heute Vormittag aber noch nicht fest“, berichtete Spannaus. „Wir werden unsere Fahrgäste so schnell wie möglich informieren, wenn sich die derzeitige Umleitungssituation ändert.“

Frank Rolle, Sprecher von Eswe Versorgung, sagte, dass die Arbeiten vorangehen, aber möglicherweise noch die ganze Woche dauern. Wie berichtet waren die Einsatzteams des Wiesbadener Energiedienstleisters seit Samstagabend mit dem Wasserrohrbruch auf der Berliner Straße in Höhe der Jet-Tankstelle vor der Brita-Arena beschäftigt. Hier verläuft unterhalb der Oberfläche eine Wasserleitung. Es handelt sich um eine Transportleitung aus Grauguss mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern, die vom Wasserbehälter auf dem Hainerberg in die Innenstadt führt.

Die freigelegten Rohre weisen keine Korrosion auf und sähen auf den ersten Blick wie neu aus. Allerdings sei die Leitung durch einen Rundriss beschädigt worden. Sie sei mittlerweile repariert, so Rolle. Ein fünf Meter langes Stück wurde herausgeschnitten und ersetzt. Jetzt muss aber noch die Fahrbahn wieder hergestellt werden mit Sand, Schotter und Asphalt, also einer Trag- und einer Deckschicht. Danach muss das Ganze trocknen. „Die Straße ist leider extrem unterspült“, sagte Rolle. Rund um die Baugrube sei immer wieder Erde nachgerutscht. Die Bürgerinnen und Bürger hätten nichts davon mitbekommen, dass das Wasserrohr fehlte. Sie wurden aus anderen Behältern beliefert. „Es kann allerdings sein, dass der Druck geringer war und dass einige das etwa beim Duschen im dritten Stock gemerkt haben.“

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„Die kommunale Verkehrspolizei ist in Habachtstellung“, hieß es aus dem Verkehrsdezernat. Die Ordnungskräfte beobachteten das Verkehrsgeschehen genau und legten das Hauptaugenmerk auf die Ausgleichsstrecken. „Ein Eingreifen war aber bisher nicht nötig.“