Rüsselsheim: Studierende haben Pläne zur Umnutzung des Opel...

Ob Textil-Hochschule (o.l.) oder Automuseum (o.r.), ob Neubauten im Inneren verborgen sind (Mitte rechts), oder neue Elemente die Umnutzung auch von außen sichtbar machen (unten), eines ist sicher: Als Spielwiese für Planer und Architekten hat sich das Rüsselsheimer Altwerk schon bewährt. Fotos: Stadtlabor

Ihr Studium absolvieren sie zwar vor allem am Standort Wiesbaden, dennoch sind die Architektur-Studenten der Hochschule Rhein Main (HSRM) so etwas wie die Insider, wenn es um...

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RÜSSELSHEIM. Ihr Studium absolvieren sie zwar vor allem am Standort Wiesbaden, dennoch sind die Architektur-Studenten der Hochschule Rhein Main (HSRM) so etwas wie die Insider, wenn es um das Altwerk geht. Nicht nur, dass die Hochschule schon lange auch in Rüsselsheim ansässig ist, noch vor etwas mehr als einem Jahr war ein Teil des Lehrbetriebes sogar im Altwerk untergebracht. Im vorerst letzten Teil der Serie stellen wir vor, welche Nutzungskonzepte sich die Studierenden mit Heimvorteil für das Altwerk vorstellen können.

Ein Entwurf der Hochschule Rhein Main. Stadtlabor/Lena Sauer
Ein Entwurf der Hochschule Rhein Main. Stadtlabor/Lena Sauer
Ein Entwurf der Hochschule Rhein Main. Stadtlabor/Lena Sauer
Ein Entwurf der Hochschule Rhein Main. Stadtlabor/Lena Sauer

Wie schon bei den meisten anderen studentischen Arbeiten, die im Rahmen des Stadtlabor-Projektes von Kulturstipendiat Jan Muschiol entstanden, waren Mischnutzung, ein Erhalt der historischen Bausubstanz und die Schaffung öffentlichen Raumes Voraussetzungen, auf deren Grundlage die angehenden Architekten ans Werk gingen. So finden sich in den Arbeiten die Nutzungen Wohnen, Lernen, Betreuung, Kultur und Arbeiten in ganz unterschiedlichen Kombinationen.

Außenansicht des Gebäudekomplexes leicht verändern

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Anna Heim schlägt einen Umbau des Altwerks vor, der auch die Außenansicht des Gebäudekomplexes leicht verändert. In ihrem Entwurf soll unter anderem eine Berufs- und Meisterschule in die alten Industriebauten einziehen – eine naheliegende Idee, schließlich ist nicht nur reichlich Platz für großzügige und sinnvoll arrangierte Unterrichtsräume und Werkstätten, mit dem Neuen Gymnasium nur ein paar Meter entfernt gibt es den Beleg für die Umsetzbarkeit des Projektes in unmittelbarer Nachbarschaft. Der eigentliche Hingucker des Entwurfs findet sich aber ganz oben auf dem Dach. Dort könnten etliche kleine Giebeldach-Häuschen entstehen, die einerseits als Wohnheim für die Meisterschüler genutzt werden könnten, andererseits aber auch den Wandel vom Industriebau zum Lern- und Lebensort baulich sichtbar werden lassen.

Bildung ist auch bei Paula Milatz’ Entwurf ein Kernthema. Die Master-Studentin hat ein Konzept entwickelt, wie sich ein Internat für Musik und Tanz im Altwerk realisieren ließe. Und interessanterweise weist der Entwurf an einigen Stellen große Parallelen zu dem Umbau auf, der in den vergangenen Monaten für das Neue Gymnasium in der ehemaligen Blöcher-Halle entstanden ist. Um den Schülern Raum zur Probenarbeit zu bieten, schlägt Milatz nämlich in die Werkshallen gestellte Boxen vor. Einen Neubau soll es aber auch geben: Anstelle eines freistehenden Gebäudes hinter dem Adamshof sieht der Entwurf eine moderne Auftrittsstätte vor, die nach Unterrichtsende sicher auch als kleineres Innenstadttheater gute Dienste leisten würde.

Textil-Hochschule samt angeschlossenem Startup-Center

Eine Textil-Hochschule samt angeschlossenem Startup-Center schwebt Aurelia Wirth vor. Auch sie nimmt auf die gute, studentenfreundliche Lage des Altwerks und die Anbindung an den ÖPNV Bezug und stellt einen Entwurf vor, der sehr sparsam mit Eingriffen in die Bausubstanz haushaltet – gerade hierdurch entfalten die alten Hallen aber mitunter besonders viel Charakter.

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Viktoria Borig ergänzt in ihrem Konzept „Opelhöfe“ die vorhandenen Gebäude durch moderne Baukörper, sodass am Ende ein relativ dichtes Quartier mit zwei großen Hauptachsen entsteht. Diese Fußgängerzonen erschließen einen Konplex, der – Altwerksinvestor aufgepasst – Oldtimer-Werkstätten, ein großes Auto- und Technikmuseum, Tiefgaragenplätze, Wohneinheiten und Einzelhandelsflächen enthält. Trotz allem bleibt auch noch Raum für Freiflächen in Innenhöfen.

Von André Domes