A60 bei Mainz: Rettungsübung im Hechtsheimer Tunnel...

Ein Zusammenstoß eines Minivans mit einem Kleinwagen im Hechtsheimer Tunnel: So sah das Szenario der Rettungsübung aus. Foto: hbz/Harry Braun

Wegen einer Rettungsübung im Hechtsheimer Tunnel war die A60 bei Mainz zeitweilig gesperrt. Laut Verantwortlichen war die Übung, bei der Retter das Zusammenspiel üben...

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MAINZ. Schwerer Verkehrsunfall im Hechtsheimer Autobahntunnel: Ein Minivan ist in Fahrtrichtung Darmstadt in einen Kleinwagen gerast, offenbar als der gerade nach Hechtsheim abfahren wollte. Acht Feuerwehrwagen, Rettungswagen von ASB und Johanniter sowie vom Katastrophenschutz sind im Einsatz, überall Polizei.

Klingt nach Schreckensmeldung – ist aber zum Glück nur eine Übung. Dennoch wurde der Verkehr weiträumig umgeleitet, die A60 war seit dem frühen Morgen den ganzen Vormittag gesperrt, um die Übung durchführen zu können.

Einige Autofahrer müssen „energisch“ abgewiesen werden

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Die Dramaturgie wird so authentisch wie möglich nachgestellt: Um Punkt neun Uhr geht der Notruf raus. Eine junge, aufgeregte Frau alarmiert per Handy von der Unfallstelle aus die Polizei. Sie blutet am Kopf. Kurz darauf wird es hell im Tunnel, über Lautsprecher werden mögliche andere Autofahrer aufgefordert, langsam weiter zu fahren und die Unfallstelle zu räumen. An beiden Einfahrten zum Tunnel gehen Schranken zu, Thomas Wagner vom LBM wird später erklären, dass einige uneinsichtige Autofahrer „energisch“ abgewiesen werden mussten.

Fünf Minuten nach der Alarmierung treffen die ersten Retter ein, Krankenwagen und Feuerwehr kommen über die Autobahn. Dann geht alles schnell. Im ganzen sind am Ende gut zwölf Einsatzfahrzeuge im Tunnel, mit geübten Griffen holen Feuerwehrmänner ihre Gerätschaften aus dem Fahrzeug. Tragen, Rettungsschere – aber auch Sichtschutz gegen Gaffer. Die Einsatzkräfte sind gefordert: Bei dem Szenario gilt es, sechs teils schwer verletzte Personen aus den Unfallwagen zu befreien. Drei der insgesamt sechs Verletzten müssen per Schere aus den total zerstörten Autos geschnitten werden.

Zusammenspiel der Rettungskräfte üben

Das braucht kostbare Zeit, hektisch wird trotzdem niemand. Und das ist auch gut so, schließlich soll ein Einsatz in Koordination mit Kräften der anderen Organisationen klappen. Genau das ist Zweck der Übung: Das Zusammenspiel der Rettungskräfte aus den verschiedenen Hilfsorganisationen soll geschult und gestärkt werden. Mit dabei sind Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz. Eine Vielzahl von Pressevertretern sowie Beobachter der beteiligten Institutionen sind vor Ort, auch die Hechtsheimer CDU-Bundestagsabgeordnete Ursula Groden-Kranich.

Nach den Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT) sind derartige Übungsszenarien in Tunneln von mehr als 400 Metern Länge in regelmäßigen Abständen notwendig, erklärt Rolf Gäbler von der Autobahnpolizei Heidesheim.

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Beobachter stehen am Straßenrand und filmen

Am Straßenrand stehen Beobachter, fast genauso viele, wie Männer und Frauen im Einsatz sind. Per Film und Bild wird alles aufgezeichnet, Notizen werden gemacht.

Wie die Übungsleitung der Feuerwehr am Sonntagnachmittag berichtet, sei das ausgedachte Schadensszenario eines Verkehrsunfalls im Tunnel von allen beteiligten Hilfsorganisationen erfolgreich gemeistert worden. Die detaillierten Erkenntnisse aus der Übung sollen später in einem Nachtreffen mit allen beteiligten Einheiten erörtert und in zukünftige Einsatzlagen mit einfließen. Im Rahmen der Übung konnten zudem alle vorhandenen Sicherheitsausstattungen im Tunnel kontrolliert werden, so die Feuerwehr.

A60 zeitweilig gesperrt

Der Autobahn 60 war am Sonntag ab 7 Uhr zwischen dem Autobahnkreuz Mainz-Süd und der Anschlussstelle Weisenau in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt. Der Verkehr wurde über den nördlichen Mainzer Ring umgeleitet. Wie die Polizei berichtet, konnte die Strecke um 12.20 Uhr wieder freigegeben werden. Zu bemerkenswerten Verkehrsbehinderungen sei es am Sonntag durch die Sperrung nicht gekommen, teilt die Polizei auf AZ-Anfrage mit.