Zehntausende Euro regnen über Mainz vom Himmel

Einige der "Geldregen-Scheine" vom Mainzer Lerchenberg. Foto: Polizei

Gut 50.000 Euro sollen es gewesen sein, die am Montagabend auf dem Lerchenberg sozusagen vom Himmel gefallen sind. Der Beginn einer großen Suchaktion – und vieler Fragen.

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MAINZ. Die alte Weisheit, dass das Geld ja nicht vom Himmel fällt, hat seine Gültigkeit auf dem Mainzer Lerchenberg seit dem Montag ein stückweit verloren. Gegen 17.22 Uhr erhielt die Polizei einen Notruf, in dem Anwohner der Regerstraße genau das meldeten, dass „Geld vom Himmel fällt“, wie Polizeisprecher Rinaldo Roberto berichtet. Als die Beamten vor Ort eintrafen, sei der Geldregen, der wohl von einem der Hochhäuser kam, zwar vorbei gewesen, doch auf dem Boden hätten zahlreiche Scheine gelegen, die der recht starke Wind über eine weite Fläche verteilt habe.

Am nächsten Tag suchte die Polizei mit Hilfe eines Banknotenspürhundes nach weiteren Geldscheinen.

Die Einsatzkräfte sammelten das Geld ein und riefen die Feuerwehr hinzu, um auch die Dächer der Gebäude in den angrenzenden Bereichen abzusuchen. Und das Ergebnis weist eher in Richtung Geld-Starkregen als Geld-Schauer: Über 50.000 Euro seien letztlich von den sieben Polizisten und der Feuerwehr gefunden worden, berichtet der Polizeisprecher. Teilweise hätten auch Anwohner Geld, das sie gefunden hatten, abgegeben – wozu sie auch verpflichtet sind, wie Roberto betont. Schließlich würden Fundunterschlagungen ähnlich wie Diebstahlsdelikte behandelt. „Das kann ähnliche Strafen nach sich ziehen.“ Und auch im Laufe des Dienstags wurden durch Anwohner vereinzelt Scheine auf der Polizeidienststelle des Mainzer Lerchenbergs abgegeben.

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Woher der Geldregen genau stammte, ist noch unklar. Die Zeugen hätten nur grob angeben können, wo die Scheine hergekommen seien, so Roberto. Es seien viele Szenarien vorstellbar, erklärt der Polizeisprecher. Die Vermutungen reichen von eingenähtem Geld in ein Kopfkissen, dass versehentlich beim Ausschlagen herausfiel, bis hin zu Geld, dass aus einer Straftat stammt. Es gelte nun zu klären, wer das Geld auf welche Weise verloren habe und ob es möglicherweise einen strafrechtlichen Hintergrund gebe.

Gemeldet habe sich bislang noch niemand, der das Geld vermisse. Sollte der Eigentümer auch im Laufe des Dienstags nicht ermittelt werden, werden die Scheine an das zuständige Fundbüro der Stadt Mainz übergeben. "Hier kann es durch den rechtmäßigen Besitzer gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises abgeholt werden", teilt die Polizei mit.