Langzeitstudie der Mainzer Universität: Vertrauen in...

Foto: animaflora – adobe.stock

Das Vertrauen in die etablierten Medien steigt wieder, dem Internet misstrauen die Deutschen nun. Das sind Ergebnisse der Langzeitstudie "Medienvertrauen", die das Institut für...

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MAINZ. Das Vertrauen in die Medien allgemein steigt wieder, vor allem der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die Tageszeitungen erreichen dabei hohe Werte. Dem Internet misstrauen die Deutschen. Das sind die Ergebnisse der Langzeitstudie „Medienvertrauen“, die das Institut für Publizistik der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität am Mittwoch vorgestellt hat.

„Die Lügenpresse-Hysterie ebbt ab“, teilt das sechsköpfige Studienteam mit. Vor einem Jahr hatten noch fast 20 Prozent der Befragten der Aussage zugestimmt, dass die Medien allgemein die Menschen systematisch belügen würden. In diesem Jahr sind es nur noch 13 Prozent. Nach der Studie vertrauen 42 Prozent der Deutschen den etablierten Medien in wichtigen Fragen, 17 Prozent äußern grundsätzliches Misstrauen. Das sind leicht bessere Werte als im Vorjahr.

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Als am glaubwürdigsten gelten die öffentlich-rechtlichen Medien. Sie genießen bei 72 Prozent der Befragten Vertrauen, bei Zeitungen sind es 66 Prozent. Nur 10 Prozent der Befragten sehen das Internet als vertrauenswürdig – das sind 14 Prozentpunkte weniger als noch im Vorjahr. „Der Mehrheit ist offenbar bewusst, dass im Internet, das als Hybridmedium ganz unterschiedliche Angebote vereint, besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten ist, ob eine Quelle seriös ist“, teilen die Macher mit.

Großteil fühlt sich nicht gut vertreten

Grund zur Entwarnung gibt es für die Medien-Verantwortlichen allerdings nicht. Trotz einer insgesamt stabilen Vertrauensbasis fühlt sich ein beachtlicher Teil der Deutschen von den etablierten Medien nicht rundum gut vertreten: 36 Prozent kritisieren, dass sie die gesellschaftlichen Zustände in ihrem Umfeld ganz anders wahrnehmen, als sie von den Medien dargestellt werden. 24 Prozent sagen, dass die Themen, die ihnen wichtig sind, von den Medien nicht ernst genommen würden.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Je höher die Unzufriedenheit mit der Politik und auch dem eigenen Einkommen sind, umso stärker ist das Misstrauen gegenüber etablierten Medien – und umso größer das Vertrauen gegenüber dem Internet als Medium.

Von Mario Thurnes