„Wirbelschleppe straft Fraport Lügen“

Schäden durch Wirbelschleppen sind unter der Einflugschneise keine Seltenheit. Die Dachklammerung soll eigentlich Sicherheit schaffen. Doch selbst von geklammerten Dächern wurden Ziegel zu Boden gerissen. Archivfoto: Regina Dörhöfer

(etz). Der lebensgefährliche Wirbelschleppenvorfall in der Flörsheimer Rheinallee (wir berichteten) straft nach Ansicht des Vereins „Für Flörsheim“ die Behauptungen der...

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FLÖRSHEIM. (etz). Der lebensgefährliche Wirbelschleppenvorfall in der Flörsheimer Rheinallee (wir berichteten) straft nach Ansicht des Vereins „Für Flörsheim“ die Behauptungen der Fraport und des hessischen Verkehrsministeriums Lügen. Wirbelschleppen brächten auch Ziegel von geklammerten Dächern zum Absturz, betont der Verein in einer Pressemitteilung. „Die Dachklammerung mag in der Theorie geeignet sein zur Abwehr der Wirbelschleppengefahr, in der Praxis ist sie es offenkundig nicht“, heißt es weiter.

Eilantrag auf gerichtlichen Rechtsschutz

Von dem Verein für Flörsheim unterstützte Bürger werden auf der Grundlage der neuen Erkenntnisse in den nächsten Tagen bei dem Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung die Sperrung der Landebahn Nordwest bei Anflug über Flörsheim für besonders wirbelschleppenträchtige Flugzeuge verlangen.

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Einen gleichgerichteten Eilantrag auf gerichtlichen Rechtsschutz werden vom Verein für Flörsheim unterstützte Klägerinnen und Kläger auch beim Bundesverwaltungsgericht einreichen. Dort nämlich ist das Verfahren der Flughafenkläger derzeit anhängig, sodass das Bundesverwaltungsgericht auch für den Eilrechtsschutz zuständig sei.

Verfassungsbeschwerde eingelegt

Die von dem Verein unterstützten Kläger haben gegen die Abweisung ihrer Klage auf Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses für den Ausbau des Flughafens Frankfurt auch Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht erhoben. Diese Verfassungsbeschwerde stützt sich insbesondere auf die Verletzung des Grundrechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit durch die Wirbelschleppen in Flörsheim.

In einem ergänzenden Schriftsatz soll das Bundesverfassungsgericht von dem außerordentlich gefährlichen jüngsten Wirbelschleppenvorfall und von der nach Ansicht des Vereins Ungeeignetheit der Dachklammerung als Maßnahme der Gefahrenabwehr in Kenntnis gesetzt werden.