Werdegang des Entwässerungs-Verbandes erläutert

Die Altersabteilungen der Feuerwehr besichtigen das neue Pumpwerk Rabenspitze. Dabei wird auch der Name erklärt.

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TREBUR. (dev). Mit einer großen Abordnung besuchten die Altersabteilungen der vier Treburer Feuerwehren das neue Pumpwerk Rabenspitze am Winterdeich zwischen Trebur und Astheim. Verbandsvorsteher Günter Engel vom Astheim-Erfelder Entwässerungsverband konnte den ehemaligen Hochwasserbekämpfern den Werdegang des 1923 gegründeten Verbandes erläutern. Unter den langgedienten Feuerwehrleuten waren sogar zwei Männer, die schon beim Hochwasser im Februar 1955 im Einsatz waren.

Nachdem in den Jahren 1920 und 1922 nasse Verhältnisse im Ried zu beklagen waren, konnten die Ackerflächen nicht mehr ausreichend bewirtschaftet werden. Es herrschte eine regelrechte Nahrungsknappheit, die als Hungerjahre in die Geschichte eingingen. Der damalige Landtagsabgeordnete Dr. Dehlinger, Bewirtschafter des Weilerhofes in Wolfskehlen, setzte sich für eine optimale Verbesserung der Wasserverhältnisse im Ried ein.

Zur Gründungsstunde am 11. Juni 1923 gehörten die Gemeinden Astheim, Berkach, Dornheim, Erfelden, Geinsheim, Leeheim, Trebur und Wallerstädten dem Verband an. Nach der Erbauung der Hessenaue wurde auch die kleinste Gemeinde des Kreises dem Verband angegliedert.

Der Schwarzbach soll entlastet werden

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Heute unterhält der Abwasserverband 30 Kilometer Hauptgräben, 30 Kilometer Zulaufgräben und rund 300 Kilometer kleinere Entwässerungsgräben, die zwischen 1925 und 1927 meist in Handarbeit errichtet wurden. Moderne Bagger und Baumaschinen gab es seinerzeit noch nicht. Zur Finanzierung wurden alle beteiligten Kommunen und die betroffenen Grundstückseigentümer herangezogen. Es wurden die Pumpwerke Kammerhof, Wächterstadt und Rabenspitze errichtet. Die Anlagen nahmen am 1. Januar 1928 ihren Betrieb auf.

Günter Engel, langjähriger Treburer Feuerwehrmann und damit ebenfalls Hochwasserbekämpfer, konnte auch den Begriff „Rabenspitze“ klären. Das Verbandsgebiet, das rund 5 000 Hektar umfasst, ähnelt dem Gebilde eines Raben, an dessen Schnabelspitze seinerzeit das alte Pumpwerk errichtet wurde.

Dieses Pumpwerk musste jedoch abgeschaltet werden, sobald die Sommerdämme überspült wurden, und konnte somit das nördliche Verbandsgebiet nicht mehr entwässern. Im Zuge der Deichsanierung wurde 2011 das neue Pumpwerk für rund 3,8 Millionen Euro in den Winterdamm eingebaut.

Durch einen neu errichteten Zubringerkanal vom Schwarzbach her, dient das neue Pumpwerk im Hochwasserfall auch der Entlastung des Schwarzbaches.