Verein „Dorfgemeinschaft Hessenaue“ setzt auf Ende des Baustopps

Auf der Hessenaue sorgen Wirtin Gloria Schmitt und Vereinsvorsitzender Dirk Hister für neue Impulse. Foto: Vollformat/Volker Dziemballa

Dass die Erfüllung der Brandschutzvorgaben so weitreichende zeitliche, rechtliche und nervliche Belastungen für den Verein nach sich ziehen würde, hat im Frühjahr keiner geahnt.

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HESSENAUE. Es gebe berechtigte Aussicht auf zeitnahe Unterzeichnung des Erbbaupachtvertrags für das Dorfgemeinschaftshaus, freut sich Carsten Sittmann (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Trebur und Erbbaupachtgeber. Dabei sollte eigentlich bereits alles erledigt sein. Wie im Frühjahr berichtet, sollte „nur noch“ eine Brandschutzvorgabe erfüllt werden, bevor das Dorfgemeinschaftshaus auf der Hessenaue komplett vermietbar ist.

Das ist die Grundvoraussetzung für das Konzept des Vereins „Dorfgemeinschaft Hessenaue“. Der Verein wurde eigens dafür gegründet, damit das Haus auch weiterhin seinem ursprünglichen Zweck dienen kann. Dass die Erfüllung dieser kleinen Vorgabe so weitreichende zeitliche, rechtliche und nervliche Belastungen nach sich ziehen würde, hat damals noch keiner geahnt.

Sogar verschiedene Feuerwehren waren angerückt, um zu überprüfen, ob sie im Ernstfall im obersten Geschoss löschen könnten. Der Verein hatte dazu eigens ein Podest angebaut. Das Ergebnis war, dass Löscharbeiten der Feuerwehr im obersten Teil des Gebäudes schwierig wären, diese nach einigen Änderungen jedoch kein Problem mehr darstellen würden. Zu den Umsetzungen ist es jedoch noch nicht gekommen, denn das Kreisbauamt hat einen Baustopp ausgesprochen, berichtet der Verein.

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Bevor die Hessenauer jetzt zur Tat schreiten können, müssen die anvisierten Änderungen auf Papier gebannt werden: Diesmal müssen die Pläne hinsichtlich Denkmalschutz, baurechtlich und wegen des Brandschutzes angepasst werden. Außerdem muss eine Nutzungsänderung beantragt und bewilligt werden, bevor das Kreisbauamt zustimmen könne.

Erst dann darf wieder gearbeitet werden. „Das Material und das Werkzeug liegen oben und stauben jetzt ein“, berichtet Dirk Hister, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. So richtig nachvollziehen kann er den Baustopp nicht. Denn niemand habe wirklich erklärt, warum er verhängt wurde. Auch hat Hister nie ein Schriftstück dazu bekommen. „Wenn wir alle Auflagen erfüllt haben, kommt wieder jemand und gibt uns neue Auflagen. Wir im Vorstand haben den einstimmigen Beschluss gefasst, uns nicht mehr aufzuregen“, erklärt Hister die Situation frustriert.

„Der Verein hat enorm viel Geduld bewiesen“, lobt Sittmann, „Ich würde mich sehr freuen, wenn ich den Vertrag noch unterzeichnen kann.“ Die Chancen dafür stehen gut, denn wie aus dem Rathaus verlautet, war der zuständige Architekt kürzlich dort und macht die Pläne nun genehmigungsfähig. Dann kann das Kreisbauamt, das auch gleichzeitig für den Denkmalschutz zuständig ist, die Sache genehmigen. Danach darf weitergebaut werden, um das Gebäude fertig zu stellen.

Der Verein, repräsentiert von Hister, werde den Vertrag erst unterzeichnen, wenn alle Maßnahmen am Haus abgeschlossen sind, sodass das Konzept des Vereins in Gänze aufgehe. In der Zwischenzeit unterstützt die Gemeinde den Verein zumindest finanziell, indem sie die Mieteinnahmen an die „Dorfgemeinschaft Hessenaue“ weiterleitet.

Wirtin hat das Jahr schon verplant

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Gloria Schmitt, die Wirtin der Gaststätte „Zum Grundstein“ lässt sich von der verzwickten Situation nicht einschüchtern, auch wenn sie ihre Pläne dadurch ändern musste. Schließlich sollte ihr Personal schon vor Monaten einziehen. Sie hat den Rest des Jahres schon verplant. Als nächste Veranstaltung bietet sie ein Oktoberfest im Festzelt an.

Alle Beteiligten würden sich wünschen, wenn der Verein noch in diesem Jahr mit den Arbeiten am Haus und dem Vertrag fertig würde. Für eine spontane Feier nach Vertragsunterzeichnung würde sich aber gewiss noch ein Platz finden.