Viel Stimmung und reichlich Dezibel auf der Kerb in Rüsselsheim

Die Band "Daddy L" spielt auf der Bühne im Wein- und Bierdorf auf der Rüsselsheimer Kerb. Manch einem war das zu laut. Foto: Vollformat/Volker Dziemballa

Seit Freitag steht Rüsselsheim ganz im Zeichen seiner traditionellen Kerb. Die erweist sich auch in diesem Jahr wieder als eine ausgesprochen gesellige und lautstarke...

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RÜSSELSHEIM. Ganz im Zeichen der Kerb steht Rüsselsheim seit Freitag, wobei sich das Traditionsfest auch in diesem Jahr als attraktive und vor allem gesellige Veranstaltung erweist. Bereits am Freitagabend gab es im „Kerbetreff“ kein Durchkommen mehr und die „Rüsselsheimer Piazza del Mercato“, die an diesem Abend von „Metzi und den Torpedos“ bespielt wurde, erwies sich für die Rüsselsheimer und viele Gäste aus den benachbarten Orten als Treffpunkt, der zum Austausch von An- und Einsichten genutzt wurde.

„Der Platz ist tagsüber ja der reinste Horror, aber bei der Kerb und in der Dunkelheit spielt das kaum eine Rolle“, so die Meinung von Besucherin Sonja Kleinhert, die bereits beim Bieranstich am Nachmittag vor Ort gewesen war. Bereits da füllte sich der Kerbetreff, dessen Programm auch in diesem Jahr unter der Federführung des „Club Schwarze Elf“ steht, der zum 48. Mal als Ausrichter fungiert. Auf dem Landungsplatz warteten indes insgesamt mehr als 40 Stände und Fahrgeschäfte auf die Besucher, wobei auch in diesem Jahr auf die „Klassiker“ gesetzt wurde. Neben dem „Disco Fieber“ ließ auch der „Breakdancer“ die zumeist jugendlichen Fahrgäste vor Vergnügen quietschen und auch beim „Autoskooter“, ging es im wahrsten Sinne des Wortes „rund“. Für alle, die es sportlicher mochten und sich dabei mittels eigener Kraft in luftige Höhen begeben wollten, stellte der „Sky Jumper“ eine Alternative dar und für komische Bespaßung sollte das „Brasil Funhouse“ mit Zerrspiegeln und vielem mehr eine Alternative sein.

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„Kerb und Nierenspieß gehört zusammen wie Ostern und Eier“

Mit Grillwurst, Steaks, Nierenspieß, Pommes, Fischbrötchen, gebrannten Nüssen und Popcorn wurden auch die kulinarischen Traditionalisten bedient. Wobei auch die internationalen Spezialitäten, wie „Churros“, Pizza, „Langos“ oder „Crepes“ für Gaumenfreude unter den Besuchern sorgte. „Kerb und Nierenspieß gehört zusammen wie Ostern und Eier“, sagte Dennis Becker, der sich zum Nachtisch einen politisch korrekten „Schaumkuss“ gönnte, der nicht nur in der Opelstadt immer noch gern als „Mohrenkopf“ bezeichnet wird.

Gesellig startete auch der Samstag, denn beim Kerbefrühstück, das in Verbindung mit dem Wochenmarkt stand, trafen viele derer zusammen, die sich bereits wenige Stunden zuvor noch an einem der Getränkestände zugeprostet hatten. Und bereits in den frühen Abendstunden sollte sich der Kerbetreff erneut füllen, wartete am Abend ein besonderer „Ohrenschmaus“ auf die Besucher. Denn die neunköpfige Band „Daddy L“ sorgte mit Rock- und Popmusik für Stimmung und vor allem Dezibel, was jedoch nicht bei allen Besuchern gleichermaßen gut ankam. „Furchtbar, viel zu laut und keine Unterhaltung möglich“, sagte Heike Janssen, die mit ihren „Mädels“ den Abend kommunikativ verbringen wollte und dann doch lieber auf die Terrasse des in der Mainstraße befindlichen Hotels umzog. „Na ja, das mag vielleicht den jüngeren Besuchern gefallen, aber das ähnelt eher einem Rockkonzert und untermalt nicht musikalisch“, befand Susanne Legner das „Kerbe-Happening“.

„Als nächstes kommt der Weihnachtsmarkt“

Was von vielen der Besucher bereits im vergangenen Jahr kritisiert worden war, war die Verbindung von „Kerbetreff“ zum Jahrmarktgeschehen. Hier zeigten sich viele der Besucher in diesem Jahr allerdings versöhnlich und nicht wenige stoppten an den - wenn auch nur wenigen - Ständen in der Mainstraße. „Ich freue mich schon jetzt auf die kommenden Tage und genieße die Kerb in vollen Zügen“, so die Rüsselsheimerin Hannelore Müller, die hinzufügte: „Denn das Nächste, was dann ja kommt, ist doch der Weihnachtsmarkt!“.