Statistik der Polizei weist vor allem einen Anstieg bei...

Der Blitzer am Haßlocher Kreisel in Rüsselsheim soll Raser entweder zur Vernunft oder zur Kasse bitten. Foto: Vollformat/Volker Dziemballa

In Rüsselsheim hat es 2016 erneut öfter gekracht als in den Jahren zuvor: Die Zahl der Unfälle in der Stadt ist von 2015 auf 2016 um 9,6 Prozent auf 1039 Fälle gestiegen....

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RÜSSELSHEIM. In Rüsselsheim hat es 2016 erneut öfter gekracht als in den Jahren zuvor: Die Zahl der Unfälle in der Stadt ist von 2015 auf 2016 um 9,6 Prozent auf 1039 Fälle gestiegen. Bereits im Vorjahr war die Zahl der Verkehrsunfälle in der Stadt gestiegen. 297 Menschen wurden 2016 bei Unfällen verletzt, drei Menschen starben. Bei allen dreien handelt es sich um Radfahrer.

Im Jahr zuvor hatte die Polizei in Rüsselsheim gar keine Toten im Straßenverkehr zu vermelden. Dass es 2016 aber insgesamt mehr schwere Unfälle gab, sei nicht festzustellen, erklärt Hauptkommissar Rolf Leinz, der sich bei der Polizeidirektion Groß-Gerau um die Auswertung der Daten kümmert. Weder habe es entschieden mehr Unfälle mit Radfahrern generell gegeben, noch seien besonders viele Menschen bei Unfällen schwer verletzt worden. Im Gegenteil: die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten sank 2016 sogar geringfügig von 34 auf 33.

Häufung bei sogenannten Bagatelle-Unfällen

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Eine Häufung ist stattdessen vor allem bei sogenannten Bagatelle-Unfällen zu verzeichnen. Besonders deutlich zu erkennen ist der Anstieg der Zahlen bei Unfällen mit Leichtverletzten, Unfällen mit schwerem Sachschaden und den sogenannten sonstigen Sachschadensunfällen: In letztere Kategorie, in die laut Leinz auch Park-Rempler und Kratzer fallen, seien im vergangenen Jahr 732 der insgesamt 1039 Verkehrsunfälle einzuordnen gewesen. Im Vorjahr waren es in dieser Kategorie nur 670 Fälle.

Generell sei normal, dass Unfälle mit schweren Folgen eher außerhalb der Stadt passierten, erklärt Leinz, etwa weil es dort öfter Fälle überhöhter Geschwindigkeit gebe. In der Stadt sei die Verkehrsdichte und so auch die Gesamtzahl der Unfälle höher. Von 3.938 Unfällen im gesamten Kreisgebiet passierten 2016 so 1.039, also fast ein Viertel, in Rüsselsheim. Die Stadt sei eben dicht befahren, unter anderem durch die vielen Einpendler und Zulieferer, sagt Leinz.

Mehr Fußgänger betroffen als im Vorjahr

Sowohl im Kreis, als auch in Rüsselsheim gab es 2016 mehr Unfälle mit Fußgängern: 32 davon passierten in Rüsselsheim, 2015 waren es 20. Oft sei der Grund fehlende Achtsamkeit, sowohl bei Fußgängern, als auch bei Autofahrern. Beim Überqueren von Straßen etwa passierten die meisten Zusammenstöße. Zwar überprüfe die Polizei regelmäßig, ob durch mehr Ampeln oder Zebrastreifen die Sicherheit an einigen Stellen verbessert werden könne. Allerdings gebe es diese Maßnahmen zumeist schon. „Die Leute müssen die gesicherten Überwege dann aber auch benutzen, darauf hat die Polizei dann nicht immer Einfluss.“ Bei Bauplänen, etwa für den neuen Edeka-Markt, der in Königstädten entstehen soll, werfe die Polizei auch in der Entwicklungsphase schon einen Blick auf die Bauzeichnungen. Manchmal erkenne man da bereits, dass zwar Fußgängerwege bedacht worden seien, diese in der Praxis aber kaum helfen würden, etwa weil an der Stelle die Sicht nicht stimme. „Man muss außerdem bedenken, dass Fußgänger und Radfahrer immer den kürzesten Weg nehmen und das bei der Planung berücksichtigen“, so der Verkehrsexperte.

Bei 86 Unfällen waren 2016 Radfahrer beteiligt, dabei wurden 78 Menschen verletzt, drei von ihnen kamen ums Leben. Der größte Anteil aber erlitt leichte Verletzungen. Dass es besonders bei Radfahrern bei Unfällen zu Verletzungen komme, liege oft einfach an dem geringen Schutz, der die Beteiligten bei Unfällen umgebe, so Leinz. Konkrete Pläne für Baumaßnahmen, um Gefahrenstellen noch weiter zu schützen, gebe es derzeit nicht. Man bleibe bei solchen Überlegungen aber immer am Ball, so Leinz. Ein Erfolg sei etwa der neue Blitzer am Haßlocher Kreisel, durch den die Zahl der Unfälle dort erheblich habe reduziert werden können. An der ehemals unfallträchtigen Kreuzung von Rugbyring und Haßlocher Straße ist seit Ende 2015 eine Blitzeranlage in Betrieb, die Verkehrsteilnehmer ablichtet, die trotz roter Ampel in die Kreuzung einfahren.

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Ein Augenmerk sollte man nach den Erfahrungen des Hauptkommissars langfristig weiter etwa auf die Kreuzung Adam-Opel-Straße und August-Bebel-Straße legen, weil dort der Verkehr sehr dicht sei und die Situation teils unübersichtlich.

Von Heike Bökenkötter