Sam Khayari zeigt im „Bistro Mitch“ Exponate der von ihm...

Sam Khayari hat bislang 63 Objekte in seinem „Artmap“-Projekt verarbeitet. Foto: VF/Volker Dziemballa  Foto: VF/Volker Dziemballa

Zum zweiten Mal hatte Sam Khayari ins „Bistro Mitch“ zu einer Vernissage eingeladen. Dort zeigte er 31 Exponate der von ihm gestalteten „Artmap“. Sam Khayari...

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RÜSSELSHEIM. Zum zweiten Mal hatte Sam Khayari ins „Bistro Mitch“ zu einer Vernissage eingeladen. Dort zeigte er 31 Exponate der von ihm gestalteten „Artmap“. Sam Khayari fotografiert Denkmäler, historische Gebäude und Kunst im öffentlichen Raum, um sie in eine virtuelle Rüsselsheimer Karte einzustellen. Dazu verwendet er verschiedenfarbige Icons in Form des Stadtwappens. So steht die Farbe Pink für Kunst im öffentlichen Raum, Braun für Denkmäler und Blau für historische Gebäude.

Alle Bilder sind schwarz-weiß dargestellt

Wenn die Icons angeklickt werden, öffnet sich ein Bild mit dem jeweiligen Objekt und Erklärungen dazu. Alle Bilder sind schwarz-weiß dargestellt, weil sie sich in diesem Format besonders hervorheben. Bis jetzt sind es 63 Objekte, die in dem Projekt verarbeitet wurden. Weitere zehn sind in Vorbereitung. Beim Betrachten der ausgestellten Bilder musste sich mancher Besucher eingestehen, das Motiv schon gesehen zu haben, den Ort oder das historische Geschehen aber nicht mehr zu kennen. So ist der historische Weinberg in der Frankfurter Straße vielen sicher vertraut. Doch die geschichtliche Bedeutung ist eher unbekannt. Im Unterschied dazu haben die Bilder des Adam-Opel-Denkmals, des alten Opel-Hauptportals, der Festung und der Stadtkirche hohen Wiedererkennungswert. Während die Fotografie des Seilfurter Tores auf dem alten Friedhof in der Mainzer Straße wieder Fragen nach der Rüsselsheimer Vergangenheit aufwerfen.

Zu den Lieblingsbildern des Künstlers, pink gerahmt, gehört der Leinreiter am Mainvorland. Mit der Fotografie dieses Denkmals erwachte das Interesse von Khayari an seinem Projekt. Das nächste, ihm besonders nahestehende Bild, zeigt die Stolpersteine. Beim Anklicken des Bildes sind alle Namen der Opfer nachzulesen. Das Mahnmal der Menschlichkeit gehört ebenfalls zu den bevorzugten Motiven des Fotografen. Das Bild erinnert an die acht amerikanischen Soldaten, die auf dem Weg in die Gefangenschaft von Rüsselsheimer Bürgern gejagt und umgebracht wurden. An den Betriebshöfen entstand das dreiteilige Arbeiterdenkmal mit dem Titel „Kleine Landmarke zwischen Vergangenheit und Zukunft“.

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Dementsprechend geht es im nächsten Projekt von Khayari um die Industriekultur, mit den Menschen im Mittelpunkt. Zurzeit arbeitet er noch an einer App für die „Artmap“, die es ermöglicht, unterwegs die Objekte anzuklicken und anzusteuern.