Rüsselsheim will „Clever-Electric-City“ werden

Oberbürgermeister Udo Bausch gibt sich im Bauausschuss in Sachen NO2-Reduzierung entschlossen. Zunächst soll eine Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge entstehen.

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RÜSSELSHEIM. (maj). Im September wurde von den Stadtverordneten der „Masterplan Green City“ beschlossen. Dessen Ziel ist es, den Stickstoffdioxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Stadtgebiet zu unterschreiten. Als erstes Projekt soll nun die Errichtung einer intelligenten Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge angegangen werden. Abgestimmt wurde über die entsprechende Magistratsvorlage im Bauausschuss allerdings nicht, da sowohl CDU als auch WsR Beratungsbedarf anmeldeten.

„Wir machen Ernst mit der NO2-Reduzierung in Rüsselsheim“, betonte Oberbürgermeister Udo Bausch (unabhängig). Reinhard Ebert, Bereichsleiter für Natur- und Umweltschutz, stellte in einer Präsentation die „Clever-Electric-City“ vor. Insgesamt 1300 Ladepunkte sollen bis 2020 im Stadtgebiet entstehen, „ganze Ladefarmen“ seien geplant, betonte Ebert. Damit würde in Rüsselsheim ein „Leutturmprojekt“ entstehen. Für das Gelingen des Projektes sei es aber unabdingbar, dass alles funktioniere, stellte Ebert klar. Deshalb werde genau darauf geachtet, dass die Bezahlung an den Ladestation mit Bank- und Kreditkarten problemlos möglich sein wird.

Als Kooperationspartner sind neben der Stadt die Hochschule Rhein-Main, Opel, die Gewobau und die Firma „B2M Software“ im Boot. Auf Nachfrage von Thorsten Weber (CDU) und Walter Höfeld (WsR) erklärte Verkehrsdezernentin Marianne Flörsheimer, dass sich auch die Stadtwerke an dem Projekt beteiligen, für das der Bund zwölf Millionen Euro zur Verfügung stellt. Damit wird die Maßnahme zu 100 Prozent gefördert. Der Förderbescheid werde in den kommenden Tagen erwartet, erklärte Flörsheimer.

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Nach Auslaufen des Förderprogrammes am 30. September 2020 soll die Ladeinfrastruktur vermarktet werden. „Wir versuchen, keine Kosten auf die Stadt zukommen zu lassen“, betonte Ebert, weshalb auch die Wartung und Pflege der Ladestationen ausgeschrieben werde.

Einhelliges Lob erhielt die Stadtverwaltung für die geleistete Arbeit. „Da wurde in den vergangenen Monaten Bemerkenswertes geleistet“, meinte Frank Tollkühn (SPD). Es sei wichtig, dass Rüsselsheim als Automobilherstellerstadt auf dem Gebiet der Elektromobilität vorangehe. Auch Birgit Steinborn (Grüne) bescheinigte der Verwaltung eine „hervorragende Arbeit“. Gleichzeitig sprach sie aber auch von einem „riesen Packen, den wir uns da vorgenommen haben“.

Obwohl das Projekt an sich begrüßenswert sei, meldete Höfeld Zweifel an, ob am Ende tatsächlich keine Kosten an der Stadt hängenbleiben würden, „ein Zuschussgeschäft können wir uns nicht leisten“. Grundsätzliche Zweifel hegte Werner Stahl (CDU) hinsichtlich der Elektromobilität, die möglicherweise nur eine Zwischenlösung sei. Auch sei die Entsorgung der Batterien nicht ausreichend geklärt.