Opel-Leistungen sollen Defizit schmälern

Opel stellt während des Hessentags einige seiner Parkplätze der Stadt zur Verfügung. Die Mitarbeiter müssen daher übergangsweise den Pfaffenschlund zum Parken nutzen. Shuttle-Busse bringen sie von dort zu den Werkseingängen.    Foto: Vollformat/Frank Möllenberg  Foto: Vollformat/Frank Möllenberg

Opel tritt beim Hessentag auch als Sponsor auf. Das Unternehmen stellt unter anderem die Halle K48 als Veranstaltungslocation zur Verfügung, ebenso Parkplätze, auf denen etwa...

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RÜSSELSHEIM. Opel tritt beim Hessentag auch als Sponsor auf. Das Unternehmen stellt unter anderem die Halle K48 als Veranstaltungslocation zur Verfügung, ebenso Parkplätze, auf denen etwa die Landesausstellung ihren Platz findet. Auch die Hessentags-Arena wird derzeit auf einem Opel-Parkplatz errichtet. Insgesamt seien das 200 000 Quadratmeter Werksgelände, so ein Opel-Pressesprecher.

Für die Stadt nimmt das Engagement des heimischen Autobauers seit Beginn der Hessentagsplanungen einen großen Stellenwert ein. Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) hatte die Unterstützung durch den Autobauer immer wieder betont, weil das Sponsoring die Stadtkasse erheblich entlasten und das Defizit gering halten soll. Mit rund 1,1 Millionen Euro werden die Leistungen des Autobauers gegengerechnet. Die Nutzung der Parkflächen etwa spare Geld, weil somit nicht extra Wiesen für Aufbauten und Zelte ertüchtigt werden müssten. Auch der Aufbau der Arena sei auf asphaltiertem Untergrund entschieden einfacher und somit kostengünstiger, so die Stadtverwaltung.

Details der Vereinbarungen zwischen Stadt und Opel wollen beide Vertragspartner nicht nennen. Über Fragen der „finanziellen Abwicklung bezüglich der Überlassung“ sei Stillschweigen vereinbart worden, erklärt die Stadtverwaltung. Das bedeute aber nicht etwa, dass die Stadt für die Flächen zahlen müsse: „Wir bezahlen keine Miete für die Parkflächen“, erklärt Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) auf Nachfrage. Um Teile der Infrastruktur müsse sich allerdings nach der Flächenüberlassung die Stadt kümmern, etwa um Stromverteilerkästen.

Zudem ergeben sich Kosten als Folge der Flächen-Überlassung, für die nun – zumindest in Teilen – auch die Stadt aufkommen muss: Opel-Mitarbeitern muss während der Sperrung ihrer normalweise genutzten Parkplätze eine Ausweichmöglichkeit angeboten werden. Die Stadt stellt dafür die Wiese Pfaffenschlund zur Verfügung. Das Gelände kurz vor der Ortsausfahrt Richtung Bischofsheim sei ohnehin als Großparkfläche für den Hessentag ertüchtigt worden und würde nun bereits von Opel-Mitarbeitern genutzt, so die Verwaltung. Weil der Pfaffenschlund am äußersten westlichen Ende der Stadt gelegen ist, müssen die Mitarbeiter aber bereits seit einigen Tagen mit Shuttlebussen zu den verschiedenen Werkseingängen gefahren werden. Zuständig dafür ist die Stadt. Die Stadtwerke und private Unternehmen führen laut Verwaltung die Dienstleistung aus. Derzeit verkehren mehrere solcher Busse parallel, die, wie Beobachtungen zeigen, allerdings kaum ausgelastet sind.

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Doch Zelte statt Werkshallen

Neben den Parkflächen ist laut Opel auch die K48 bereits für die Dauer des Hessentags an die Stadt übergeben worden. Sie ersetzt das sonst übliche Festzelt. Ursprünglich war angedacht worden, noch mehr Hallen von Opel für den Hessentag zu nutzen, um Kosten für den Aufbau von Zelten zu sparen. Dies sei laut der Verwaltung praktisch allerdings nicht umsetzbar gewesen, so dass nun doch spezielle Hallen in Leichtbauweise auf dem Opel-Gelände für die Dauer des Landesfestes entstehen.

Von Heike Bökenkötter