Matthias Vogt Trio - Die drei Jazzer begeisterten das Publikum...

Im Jazzcafé im „Rind“ spielt das Matthias Vogt Trio mit Matthias Vogt am Klavier, Andreas Büschelberger an der Gitarre und Volker Schmidt am Schlagzeug.Foto: VF/Dziemballa  Foto: VF/Dziemballa

Auch am Sonntag stand wie schon in den Wochen zuvor ein Dauerbrenner auf der „Jazzcafé“-Bühne im „Rind“. Einmal mehr gab sich das „Matthias Vogt Trio“ die Ehre...

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RÜSSELSHEIM. Auch am Sonntag stand wie schon in den Wochen zuvor ein Dauerbrenner auf der „Jazzcafé“-Bühne im „Rind“. Einmal mehr gab sich das „Matthias Vogt Trio“ die Ehre und präsentierte sowohl Eigenkompositionen als auch liebevoll arrangierte Coversongs. Zum Abschluss ihrer kleinen Mini-Tour durch das Rhein-Main-Gebiet mit vier Konzerten machten sie in ihrer Heimat Station und beeindruckten mit filigranem und ungemein groovendem Elektro-Jazz.

Seit fast 20 Jahren spielen Matthias Vogt (E-Piano, Synthesizer), Andreas Büschelberger (E-Bass, Moog) und Volker Schmidt (Schlagzeug) mittlerweile zusammen und sind längst eine feste Größe nicht nur in der hiesigen Jazz-Landschaft. Vogts träumerisch-melancholische Piano- und Synthesizer-Sounds, Büschelbergers treibender Bass und Schmidts prägnantes Schlagzeugspiel sind ein Garant für ebenso anspruchsvollen wie eingängigen Jazz mit Einflüssen aus Elektro, Funk und Pop.

Die rund 50 Besucher kamen in den Genuss eines Querschnitts der drei Jazzer, die immer wieder gern auch ihre persönlichen Favoriten covern. So gesellten sich unter anderem die New-Wave-Helden „The Police“ mit „Every little thing she does is magic“ zu den Trip-Hop-Pionieren „Massive Attack“ und ihrem Hit „Teardrop“ und dem US-amerikanischen Jazz-Pianisten Dave Grusin und seinem Klassiker „Modaji“. Gekonnt verstand es das Trio, die Lieder für sich zu vereinnahmen und sie zu ihren Songs zu machen.

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Neben den „geklauten“ Hits hatte die Combo aber natürlich auch eigene Kreationen im Gepäck. So etwa die Lounge-Nummer „Driver“, das schwelgerische „Scarlett“ von ihrem Album „Changing Colours“ (2006) oder auch das neuere „Stepping Stones“ mit Büschelberger am Moog-Synthesizer. Ebenso einfach wie genial erscheint die Idee zu ihrer Neukomposition „Party next door“. Ein wummernder, gedämpfter Technobeat ertönt aus den Lautsprechern, wie eben von einer Party nebenan. Langsam setzt das Trio ein, zunächst mit Vogt, der träumerisch am Piano klimpert, bis sich die Intensität der drei Musiker steigert und der Technobeat übertönt wird. Am Ende hat die Party nicht nur den Ort, sondern auch die Klangfarbe gewechselt.

Als Zugabe bekommt das Publikum dann noch den Talk-Talk-Klassiker „Such a shame“ in einer wunderbar verträumten Version zu hören, die längst ihren festen Platz im Repertoire des „Matthias Vogt Trio“ gefunden hat. Kaum eine Formation versteht es, so gekonnt mit einzelnen Versatzstücken zu jonglieren und sich dabei doch immer selbst treu zu bleiben.