Love Family Park: Misstrauen gegen Umweltamt?

Impressionen vom Love Family Park in Rüsselsheim. Foto: Vollformat  / Samantha Pflug

Die Linke / Liste Solidarität in Rüsselsheim will genaue Auskünfte zum Love Family Park und dessen Kosten.

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RÜSSELSHEIM. Misstraut der Magistrat seinem Umweltamt? Diesen Verdacht hegt zumindest die Linke / Liste Solidarität und begründet dies mit der Absicht des Magistrats, künftig bei den Veranstaltungen des Love Family Parks (LFP) vom Veranstalter ein naturschutzrechtliches Unbedenklichkeitsgutachten vorlegen zu lassen. Das komme einem Misstrauensvotum gegen die eigene Fachabteilung in der Verwaltung gleich, so der Stadtverordnete Heinz-Jürgen Krug in einer Pressemitteilung.

Wie berichtet, hatte das städtische Umweltamt auf die Umweltschäden durch die Großveranstaltung hingewiesen und die Maßnahmen des Veranstalters zur Behebung dieser Schäden als unzureichend bezeichnet. Zudem stellte das Fachamt fest, die arg strapazierten Mainwiesen, die als Regenrückhalte- und Versickerungsflächen bei Hochwasser gelten, könnten sich nicht innerhalb eines Jahres von den Schäden erholen.

Krug kritisiert zudem, die Verwaltung habe bis heute nicht veröffentlicht, welche Einnahmen die Stadt durch die Großveranstaltung hatte und wie hoch die Kosten gewesen seien, zum Beispiel für das eingesetzte städtische Personal oder die Bereitstellung der Rotunde des Rathauses für die Verpflegung des Personals des Veranstalters. Durch die Sperrung des Parkplatzes am Mainufer hat die Stadt zudem zwei Wochen lang auf Parkgebühren aus diesem Bereich verzichtet.

Angesichts der prekären Kassenlage der Stadt kann laut Krug nicht auf eine angemessene Vergütung für Großveranstaltungen privater Veranstalter verzichtet werden. Vor allem nicht bei zu veranschlagenden Einnahmen von rund 1,2 Millionen Euro durch die rund 20.000 Besucher der Veranstaltung.

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Bedenklich ist laut Krug auch, dass unter angeblichem Zeitdruck jetzt schon Verträge abgeschlossen werden sollen, obwohl die Evaluation durch die städtischen Fachabteilungen erst im Dezember vorgelegt werde. Die letzte Veranstaltung des LFP in Hanau sei erst Anfang 2014 genehmigt worden und habe dennoch im Sommer des gleichen Jahres stattgefunden.

Mit einer Parlamentsanfrage wolle die Linke / Liste Solidarität über die Einnahmen und die Kosten des Love-Family-Parks informiert werden.