Künstlervereinigung Malkasten stellt in der...

Arbeiten zwischen Grafik, Skulptur und Fotografie stellen zwölf Künstlerinnen derzeit in der Schleuse der Opelvillen aus. Foto: Vollformat/Samantha Pflug

Unter dem Titel „Resonanzen“ ließen sich zwölf Künstlerinnen von Eugen Gomringer, Augusto de Campos oder Geraldo de Barros für die Schleuse-Präsentation inspirieren.

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RÜSSELSHEIM. Mit einfallsreichen Arbeiten zwischen Malerei, Grafik, Skulptur und Fotografie hat die Künstlervereinigung Malkasten zur aktuellen Opelvillen-Doppelausstellung „Konkrete Poesie/Unilabor“ Bezug genommen. Unter dem Titel „Resonanzen“ ließen sich zwölf Künstlerinnen von Eugen Gomringer, Augusto de Campos oder Geraldo de Barros für die Schleuse-Präsentation inspirieren. Während die zumeist großformatigen studentischen Werke oft übersichtlich ausfielen, könnten die Malkasten-Ergebnisse eine komplette Galerie füllen.

Ebenfalls verstehen es die hiesigen Kunstschaffenden, den Villen-Verbindungsraum in ihre Werke zu integrieren. Ruth Schmids auf der Fensterscheibe platziertes Werk „Meine Sicht“ spielt mehrfach mit dem Wort „Sicht“ und dessen Verbindungen, wobei das Zentrum durchsichtig gestaltet wurde.

Schmid und Renate Sajnovits orientierten sich mit kleinformatigen, farbigen oder vergrößerten, schwarzweißen Fotografien an Geraldo de Barros Fotoforma-Arbeiten, indem sie Fensterfront- oder Stahlgerüst-Motive verdrehen, verschieben, zerschneiden oder spiegeln. Mit ihren Miniaturmodellen „Geraldo Konkret I-IV“ baut Steffi Obmann Störmomente in Stuhlreihen ein, drapiert sie auf einer Stange oder verknüpft mehrere Farbschichten mit einem komischen Opel-Gedicht als Hommage an beide Ausstellungsteile.

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Karin Beilstein platzierte ihre Skulpturen „Der belesene Esel“ als Holzschnitzerei auf einem Bücherstapel und „einfach schräg“ als Schild mit „kursiv“-Aufdruck auf der Schleusenbank. Den Anfang macht dort Angelika Grieser-Martins Frauenbüste „Ansichtssache“, auf der die Worte „Krone“ und „Kette“ das entsprechende Objekt ersetzen. Dagegen verweist Sigrin Roes mit ihrer originellen Skulptur auf den mehrfachen Wortsinn von „Feder“.

So spielen die restlichen Künstlerinnen fantasievoll mit Worten und bilden mit figürlicher Darstellung deren Bedeutung ab. Ellen Ribbe setzt aus „Mond“-Buchstaben einen Halbmond zusammen, während Astrid Ballweg aus „Wortfamilie“ ein Haus mit Eltern und Kind errichtet.

Bei Angelika Grieser-Martins „Ballon“ entschwindet das „O“, was wie bei Ribbe oder Ballweg eine Nähe zum Dadaismus herstellt. Mit neun kleinformatigen Bildern nutzt Sabine Pillwitz-Schaum alle denkbaren Techniken von Montage, Bleisatz, Stempeldruck oder Schreibmaschinenschrift für optischen Witz. Claudia Bruchhäuser, Angelika Kaul-von Bohr, Siglinde Nordmann und Sigrun Sulk verknüpfen in ihren Gemälden Experiment und Tradition, Harmonie und Irritation, wobei Kaul-von Bohrs Farbspiel „du“ noch Collagenelemente integriert. Worte rieseln und zerfallen in den visuellen Poemen des Malkastens in den vielfältigsten Arten, sie werden dekonstruiert und neu zusammengesetzt.