Kleine Szenen zum Thema Heimat

Kleine Szene und Standbildgeschichten haben sich die Humboldt-Schüler zum Thema Heimat ausgedacht. Foto: Vollformat/Volker Dziemballa

Rüsselsheimer Humboldt-Schüler präsentieren Beiträge zur Unesco-Veranstaltung „Gemeinsam in Europa! Gemeinsam bei uns!“

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RÜSSELSHEIM. Kleine Szenen, Standbildgeschichten und Texte zu den Themen Heimat, Zugehörigkeit zu einer neuen Stadt- und Schulgesellschaft sowie zum Leben und Wirken Alexander-von-Humboldts, präsentierten Schülerinnen und Schüler der Intensivklasse 1 der Alexander-von-Humboldt-Schule bei der Unesco-Veranstaltung „Gemeinsam in Europa! Gemeinsam bei uns!“.

Während eines mehrtägigen Workshops mit dem Theaterpädagogen Benjamin Porps erarbeiteten die Schüler die Beiträge, die in der Tat „tief blicken“ ließen und sicherten sich am Ende ihrer Vorstellung einen dicken Applaus. „Noch heute sind Bomben im Boden und die Stadt ist geteilt“, erklärt ein aus Bosnien stammender Schüler, der am Ende seiner Schilderung sagt: „Meine Meinung über den Krieg: der Krieg ist überflüssig gewesen und hat die ganze Stadt zerstört“.

Wie sehr die Jugendlichen unter dem Verlust ihrer Heimat zu leiden hatten und immer noch haben, das blieb auch trotz des Gekichers während der Aufführung, das der eigenen Unsicherheit und Aufregung zugeschrieben werden konnte, nicht verborgen. So schildert der aus Konya stammende Enes, wie sehr er sein Heimatdorf vermisst, sich an die Großeltern erinnert und immer noch den köstlichen Geschmack von Butter und Käse auf der Zunge spürt. „Ich habe nie einen schöneren Ort als Barcelona gesehen“, erinnert sich Abdou, der in der spanischen Stadt viel Spaß an der Schule und mit seinen Freunden gehabt haben muss, während zwei weitere Darsteller über ihre Reise von Syrien über die Türkei nach Deutschland berichteten.

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Ergänzt werden die Erfahrungsberichte, die durch Gedichte und szenische Darstellungen vervollständigt werden, durch Spielszenen zum Leben und Wirken des Namenspatrons der Schule. „Wir möchten zeigen, dass die Schülerinnen und Schüler viele Talente mitbringen, dass sie eine große Mitmenschlichkeit haben, die wir sehr schätzen, und dass auch sie eine Heimat haben, die sie hinter sich gelassen haben und jetzt auf der Suche nach einer neuen Heimat sind“, erläuterte Schulleiterin Renate Pilgenröther-Kuntze. Das Projekt „Die Intensivklasse dichtet und spielt Theater auf den Spuren von Alexander-von-Humboldt“ zeige zudem, wie es gelingen könne, dass die Schülerinnen und Schüler aus aller Welt einen erfolgreichen Weg in die Gemeinschaft und Gesellschaft finden.