Ikea-Konzept für Rüsselsheim nimmt Gestalt an

Derzeit läuft das Bebauungsplanverfahren für den Gewerbepark West von Rüsselsheim. Ikea möchte hier ein Warenverteilzentrum errichten. Die Waren werden mit Lastwagen und Sprintern transportiert. Die Gleisanschlüsse könnten dem Einrichtungskonzern später einmal aber gute Dienste leisten. Sie sollen erhalten bleiben. Foto: Dorothea Ittmann

Die Planungen am Ikea-Warenverteilzentrum im Gewerbegebiet West schreiten voran. Projektverantwortliche haben nun über den Stand der Entwicklungen informiert.

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RÜSSELSHEIM. Vor der parlamentarischen Sommerpause drehte sich alles um die Haushaltskonsolidierung und die Entwicklung von rund 125 Hektar im Gewerbepark West. Dabei ist das Ikea-Warenverteilzentrum, das ebenfalls auf einem Teil der Opelflächen errichtet werden soll, in den Hintergrund gerückt. Stadtrat Nils Kraft (SPD) hatte zwar auf Nachfrage der Fraktionen mitgeteilt, es würden etliche Gespräche auf Fachebene mit dem schwedischen Möbelriesen geführt. Im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss wurde allerdings nur sporadisch über den Planungsfortschritt berichtet.

Die Wählergemeinschaft WsR (Wir sind Rüsselsheim) hatte für Donnerstag zu ihrer Sommertour eingeladen, bei der sie sich von den Vertretern von Ikea über den aktuellen Entwicklungsstand informierte. Gekommen waren die beiden Projektverantwortlichen Nicole Schaffelder und Thilo Mayer.

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Für Logistik und kleinteiliges Gewerbe

Die 138.000 Quadratmeter große Fläche liegt ganz im Westen des Opel-Betriebsgeländes und wird von der Mainzer Straße und der Bundesstraße 43 begrenzt. Etwa drei Viertel nutzt Ikea für Logistik, ein Viertel ist für kleinteiliges Gewerbe vorgesehen – ein Kompromiss, auf den sich die Stadtverordneten nach monatelanger Debatte im September vergangenen Jahres geeinigt hatten.

Das Gelände wird über die bestehende Zufahrt an der Mainzer Straße erschlossen. Im hinteren Teil wird das Warenverteilzentrum entstehen, im vorderen Teil ist Platz für Gewerbebetriebe. Die Stadt Rüsselsheim habe bisher keine Vorstellungen darüber geäußert, welches Gewerbe sich auf den Flächen ansiedeln darf, informiert Mayer.

Wärmepumpe und Photovoltaik

Von Unternehmensseite stehe allerdings fest, dass Ikea das Areal als Ganzes entwickeln wird. „Wir hängen infrastrukturell zusammen“, sagt Mayer mit Blick auf Stromversorgung und Entwässerung. Den Strom werden die Betriebe vom benachbarten Umspannwerk beziehen. Wie das zukünftige Abwasserkanalsystem aussehen wird, stehe noch nicht fest. Beim Thema Heizung sei an eine Wärmepumpen-Lösung gedacht. Photovoltaik-Anlagen auf den Dachflächen gehörten mittlerweile zum Standard und seien ebenfalls vorgesehen. Damit entspricht Ikea den Forderungen der Stadt, die neben PV-Anlagen eine Dach- und Fassadenbegrünung wünscht. Unter ökologischen Gesichtspunkten ebenfalls wünschenswert, aber derzeit nicht umsetzbar sei die Anlieferung der Waren auf der Schiene.

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Das Opel-Gelände ist an das Schienennetz angeschlossen, bietet also Alternativen zum Warentransport auf der Straße. „Wir haben mit dem Schienencoach des Regionalverbands Frankfurt-Rhein-Main gesprochen“, teilt Mayer mit. Dabei habe sich ergeben, dass die Lieferung per Zug die Lkw-Transporte zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ersetzen kann. Dennoch plane Ikea das Warenverteilzentrum so, dass der Umstieg auf die Schiene später einmal ohne größere Umbauten möglich sein wird.

Wie geht es mit Ikea im Gewerbegebiet West weiter? Das Bebauungsplanverfahren läuft. Derzeit werde der Straßenverkehr betrachtet und das Gelände artenschutzrechtlich geprüft, so Schaffelder. Der Vorentwurf des Bauleitplans werde voraussichtlich Anfang 2023 veröffentlicht, der Satzungsbeschluss im ersten Quartal 2024, schätzt Mayer. Gebaut werde dann 18 bis 20 Monate. Die Projektverantwortlichen rechnen mit der Fertigstellung Ende 2026. „Wir sind im ganz normalen Prozess“, versichert Schaffelder.