Ganze Palette menschlicher Emotionen

Im Jazzcafé im „Rind“ spielen Fabian Dudek am Altsaxofon, ), Stefan Schönegg am Bass und Leif Berger am Schlagzeug. Foto: Vollformat / Volker Dziemballa  Foto: Vollformat/Volker Dziemballa

Zur Oster-Ausgabe des „Jazzcafés“ kam mit dem „Fabian Dudek Trio“ eine junge Formation ins „Rind“, die mit ausgefeiltem, anspruchsvollem Modern Jazz ihre...

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RÜSSELSHEIM. Zur Oster-Ausgabe des „Jazzcafés“ kam mit dem „Fabian Dudek Trio“ eine junge Formation ins „Rind“, die mit ausgefeiltem, anspruchsvollem Modern Jazz ihre Visitenkarte abgab. Dabei musste der aus Nauheim stammende Bandleader Dudek (Alt-Saxofon) seine beiden angekündigten Kollegen Robert Landfermann (Bass) und Dominik Mahnig (Schlagzeug) krankheitsbedingt ersetzen. Für sie rückten Stefan Schönegg (Kontrabass) und Leif Berger (Schlagzeug) in das Trio nach, das ein beeindruckendes Konzert ablieferte.

Erst wenige Stunden vor dem Auftritt habe man sich getroffen und das Programm durchgespielt, erklärte Dudek, Kultur-Förderstipendiat der Stadt Rüsselsheim aus dem Jahr 2015. Zwar kennen sich die drei Musiker schon länger aufgrund ihres Studiums an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und haben auch schon in verschiedenen Formationen miteinander musiziert, aber noch nie als Trio. Das tat der musikalischen Qualität ihres Auftritts allerdings keinen Abbruch.

Die drei Vollblutmusiker deckten mit ihrem Konzert die ganze Palette der menschlichen Emotionen ab, mit verträumt-melancholischen, teilweise nur gehauchten Melodien bis hin zu wild-ungestümen Klang-Kaskaden. Gekonnt variierte Dudek, der wie so viele vor ihm die Talentschmiede der „IKS Big Band“ durchlaufen hat, dabei den Klang seines Saxofons: mal fragil und zart, mal forsch und drängend.

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Impulsiv und variantenreich schwang Berger die Schlagzeugstöcke und -besen und harmonierte dabei prächtig mit Schönegg am Kontrabass, der teils korrelierende, teils eigenständige Bassläufe einfließen ließ. Dabei stand der Groove nicht im Zentrum des Auftritts des Trios, das vom Saxofonklang Dudeks bestimmt wurde, der maßgeblich den Charakter der Stücke prägte. Vielmehr generierten die Kompositionen ihre Wirkung aus der spannenden Klang-Symbiose der drei Instrumente. Teilweise drifteten Dudek, Berger und Schönegg auseinander und schufen dadurch ein besonderes Spannungsfeld, das sich letztendlich aber wieder geschickt auflöste.

Mit einer Mischung aus Eigenkompositionen, die bis auf eine Ausnahme alle aus der Feder Dudeks stammten, und einigen Jazz-Standards bot die Formation den rund 40 Besuchern ein abwechslungsreiches Programm auf hohem Niveau. Dabei wussten die Musiker sowohl mit balladesken als auch mit vorwärts drängenden Nummern zu gefallen. Das lyrische Stück „Vor der Sternschanze“ faszinierte ebenso wie das klug komponierte „Less“ mit einem wunderbaren, nur vom sanft klingenden Saxofon und dem gestrichenen Kontrabass getragenen Zwischenteil. Doch auch das flotte „Wombats Revenge“ und die energetische Ellington-Nummer „Take the Coltrane“ zeugten von der Klasse des erfrischend aufspielenden Trios.