Antifa kritisiert Rüsselsheimer OB für Besuch bei...
Der Rüsselsheimer Türkische Kulturverein wird den „Grauen Wölfen“ zugeordnet. Nach einem Treffen Bauschs mit dem Verein äußert die Antifa scharfe Kritik und fordert...
RÜSSELSHEIM. (heib). Oberbürgermeister Udo Bausch (unabhängig) habe eine „rote Linie für alle Demokraten überschritten“ – diesen Vorwurf formuliert die Rüsselsheimer Gruppe „Antifaschistische Aktion“ (Antifa) in einer Pressemitteilung. Sie kritisiert dabei ein bei Facebook dokumentiertes Treffen zwischen dem OB und dem Türkischen Kulturverein. Dieser ist Mitglied der „Türk Federasyon“ und wird den faschistischen „Grauen Wölfen“ zugeordnet.
Antifa-Sprecher Alexander Reich fordert nach dem Besuch Bauschs bei dem „Graue-Wölfe-Verein“ nicht nur eine Entschuldigung des OB „für seinen peinlichen Fehltritt, extreme Nationalisten und Antisemiten unerträglich aufgewertet zu haben”, sondern verlangt auch eine verbindliche Zusage, „alle Kontakte mit den türkischen Faschisten abzubrechen”. Dem Türkischen Kulturverein solle außerdem jede städtische Unterstützung verweigert werden. „Udo Bausch muss ebenso lückenlos die Ziele, Inhalte und Absichten dieses Treffen offenlegen.” Bausch äußerte sich am Donnerstag nicht zu den Hintergründen des Treffens. Auf Nachfrage dieser Zeitung ließ er über die städtische Pressestelle mitteilen, dass er den Sachverhalt prüfen lassen werde.
Die Antifa erinnert in ihrer Mitteilung auch daran, dass das Verhältnis zwischen einem Rüsselsheimer Politiker und dem Türkischen Kulturverein schon einmal zum Politikum wurde. 2015 wurde der damalige CDU-Stadtverordnete Erdal Koca aus der Fraktion ausgeschlossen. Seine Mitgliedschaft im Verein sei mit den Werten der Christdemokraten in keiner Weise vereinbar, hatte die Fraktion die Entscheidung begründet. Gegen Koca laufe bis heute ein Parteiausschlussverfahren, sagt Thorsten Weber, Chef der Rüsselsheimer CDU, auf Nachfrage.