Neuer Zaun dank großer Anstrengung

Damit Hasen und Kaninchen draußen bleiben, hat der OGV Goddelau um seine Anlage einen neuen Zaun gezogen. Unser Foto zeigt (von links) Rechnerin Sonja Hajek, Eva Jacoby von der Volksbank, den Vorsitzenden Ludwig Hefermehl und Vorstandsmitglied Reinhard Loos. Foto: Robert Heiler

Der Obst- und Gartenbauverein Goddelau leistet 1000 Arbeitsstunden zusätzlich, um einen neuen Zaun zu bauen. 7300 Euro dafür kommen aus Crowdfunding zusammen.

Anzeige

GODDELAU. Gesellige Ereignisse mussten in diesem und dem vergangenen Jahr reihenweise ausfallen beim Obst- und Gartenbauverein (OGV) Goddelau. Doch die Arbeit ging den Mitgliedern auch während der Pandemie nicht aus. Neben der normalen Beschäftigung mit den Bäumen und der Hütte, die der Vorsitzende Ludwig Hefermehl auf bis zu 2000 Stunden Aufwand im Jahr beziffert, kam dieses Jahr ein Projekt dazu, das zusätzliche 1000 Arbeitsstunden beanspruchte: Ein neuer 470 Meter langer Zaun musste her für das 17 500 Quadratmeter große Areal, das 1984 südlich von Goddelau angelegt wurde.

„Der alte Maschendrahtzaun war über 30 Jahre alt”, erläutert Hefermehl. Er sei an vielen Stellen heruntergetreten gewesen. Deshalb konnten Tiere eindringen und die Bäume beschädigen. In der Vergangenheit habe es Probleme mit Einbrechern gegeben, die großen Schaden verursachten, so Hefermehl. Der neue Zaun solle „nun menschliche und tierische Eindringlinge außerhalb der Anlage halten”.

Mit den tierischen Besuchern ist das noch nicht ganz gelungen: Weil der Zaun stückchenweise entstand, sind jetzt Feldhasen drinnen, die die Obstbäume annagten. Man habe teilweise die Türen offen gelassen, aber die Hasen hätten nicht herausgefunden, erläutert Vorstandsmitglied Reinhard Loos. Jagen dürfe man sie auch nicht, das sei in umzäunten Arealen nicht gestattet, ergänzt Ernst Hammel. Man werde die Tiere wohl einzeln fangen und hinausbringen müssen.

Finanziert wurde das gute Stück mit einer Crowdfunding-Aktion, wie Hefermehl erläutert. Die 51 Spender trugen insgesamt 3650 Euro zu dem Projekt bei. Die Volksbank Südhessen-Darmstadt, auf deren Plattform das Projekt lief, verdoppelte dann das gesammelte Geld auf 7300 Euro. Derzeit laufen dort vier weitere Projekte aus der Region, sagt Volksbankmitarbeiterin Eva Jacoby. Unter anderem wird derzeit Geld für den Kunstrasenplatz des SV 07 Geinsheim gesammelt.

Anzeige

Seit 8. Februar trafen sich einige Mitglieder immer dienstags unter Regie von Baumeister Loos. Mal sei man 15 Meter am Tag vorangekommen, mal 40 Meter, so der Vorsitzende. Vorher mussten die Hecken zurückgeschnitten, Grünschnitt und der alte Zaun entsorgt werden. Dabei hätten Landwirte mit ihren Rollen geholfen.

Den pandemiebedingten Drang zum Gärtnern spürt auch der OGV. Die Mitgliederzahl sei dieses Jahr um 20 auf 350 gestiegen, staunt der Vorsitzende. Und für die zwölf Kleingärten auf dem Gelände gab es Bewerbungen bis nach Mainz. Das mache aber keinen Sinn, findet der Vorsitzende: „Der Garten will den Gärtner jeden Tag sehen”. Unter den Mitgliedern seien viele Jüngere. „Für die Zukunft sieht es nicht so schlecht aus”, so Hefermehl.

700 Obstbäume, meist Äpfel, Birnen und Zwetschgen stehen auf dem Gelände des 118 Jahre alten OGV. Etwa 50 Bäume habe man in den vergangenen fünf Jahren ersetzen müssen. Rindenbrand sei ein Problem.

Zur Einweihung des Zauns gibt es dann doch ein kleines Fest für Spender und Mitglieder mit Würstchen, Fassbier und eigenem Apfelsaft und -wein. Im vergangenen Jahr habe man extra einen Pasteur für 5300 Euro für die Saftproduktion angeschafft, von dem die Volksbank 25 Prozent übernahm, so der Vorsitzende.

Im nächsten Jahr soll gemeinsam mit einem Landwirt noch ein Blühstreifen mit 1200 Quadratmeter für Insekten an einer Seite angelegt werden. „Ein bisschen was für die Natur”, sagt der Vorsitzende.