Dachklammerung nach Gutsherrnart?

„Unser Haus war eines der ersten in Raunheim, die die Klammerung bekommen haben“, sagt Melanie Graho. Das ist im Jahr 2014 gewesen, rechnet sie schnell nach. Im Jahr zuvor...

Anzeige

RAUNHEIM. „Unser Haus war eines der ersten in Raunheim, die die Klammerung bekommen haben“, sagt Melanie Graho. Das ist im Jahr 2014 gewesen, rechnet sie schnell nach. Im Jahr zuvor war die Familie, die vorher in einer Etagenwohnung in der Weserstraße wohnte, in das Siedlungshäuschen in der Sudetenstraße eingezogen. Gleich danach wurde der Antrag auf die Klammerung gestellt.

Die Klammerung wurde ausgeführt und von einem Gutachter, der von der Handwerkskammer gewesen sein soll, abgenommen. Dieser habe auch bestätigt , dass es für das Dach noch keinen Sanierungsbedarf gebe.

Ohne Erlaubnis aufs Dach

Mitte April diesen Jahre hätte dann die Tochter erzählt, dass jemand angerufen habe, der sich das Dach noch einmal ansehen wolle. „Der wird sich ja nochmal melden“, sagte sich Melanie Graho. Irgendwann hätten dann die Nachbarn berichtet, dass sich während der Abwesenheit der Familie jemand auf dem Dach des Hauses zu schaffen gemacht habe. Erst danach habe es auch ein Schreiben des Flughafenbetreibers gegeben, worin die Familie darüber informiert wurde, dass Nachbesserungen vorzunehmen seien. Von einer erneuten Dachklammerung, sagt Melanie Graho, habe darin aber nichts gestanden. „Auf einmal kriege ich dann einen Anruf von der Gerüstbaufirma – wir kommen in zwei Wochen“. Da sich die Familie zum gewünschten Termin im Urlaub befand, verständigte sie sich mit der Gerüstbaufirma auf einen Tag nach der Rückkehr. Doch schon während des Urlaubs habe sie von den Nachbarn die Mitteilung erhalten, dass Leute auf dem Dach „herumhüpfen“. Die Leute sollen sich auch auf der Dachterrasse der Grahos aufgehalten haben.

Anzeige

Gerüst entgegen der Vereinbarung aufgebaut

Einige Tage nach der Rückkehr aus dem Urlaub, das Gerüst war entgegen der Vereinbarung in Abwesenheit aufgestellt worden, tauchten dann die Mitarbeiter der Dachdeckerfirma auf. Bis dahin, erzählt Melanie Graho, sei für sie immer noch nicht klar gewesen, was eigentlich am Dach gemacht werden soll. „Die Dachdecker haben gesagt, sie dürfen nichts sagen, das kann nur Fraport. Bei Fraport hieß es, der zuständige Mitarbeiter ist nicht da, meldet sich aber“. „Der Mann hat sich bei mir nie gemeldet“, berichtet Melanie Graho verärgert. „Was mit dem Dach ist“, erzählt der Ehemann, „haben wir erst erfahren, als der Gutachter kam“.

„Die kommen und gehen wie sie wollen“, beschreiben die Eheleute das Verhalten von Dachdeckern und Gutachter. „Die haben sich so verhalten, als würde ihnen das Haus gehören“, zeigt sich Yussuf Graho entrüstet.

Flughafenbetreiber Fraport hat auf Anfrage versprochen, sich die Unterlagen zur besagten Dachklammerung in der Sudetenstraße noch einmal anzusehen. Wie der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Mitarbeiter erklärte, seien die Leute mit den Arbeiten bisher immer zufrieden gewesen.