Den Nachwuchs vorbereiten

Die feuerwehrtechnische Ausbildung stand beim jüngsten Übungsabend bei der Jugendfeuerwehr auf dem Plan. Auf dem Platz vor der Fahrzeughalle wurde ein Löschangriff mit...

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NAUHEIM. Die feuerwehrtechnische Ausbildung stand beim jüngsten Übungsabend bei der Jugendfeuerwehr auf dem Plan. Auf dem Platz vor der Fahrzeughalle wurde ein Löschangriff mit Wasserversorgung aus dem Tanklöschfahrzeug geübt. Mit 37 Mitgliedern ist der Nachwuchs für die Einsatzabteilung derzeit gut besetzt. „Manchmal stehen die Kinder schon mit neuneinhalb Jahren vor der Tür und wollen mitmachen“, erzählt der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Steffen Hamm. Mitmachen ist ab zehn Jahren möglich.

Mit verschiedenen Aktionen macht der Nachwuchs Werbung für sich. „Nach der Projektwoche an der Grundschule kommen immer vier oder fünf Kinder zu uns“, erzählt Hamm. Ebenso nach dem Kinderfest. Schauübungen seien aber der Magnet schlechthin. Ob als Abschluss der 48-Stunden-Übung oder beim „Tag der offenen Tür“ im Gerätehaus.

Die Jugendfeuerwehr ist aber nicht nur dazu da, den Nachwuchs für die Einsatzabteilung auszubilden. „Wir machen ganz klassische Jugendarbeit“, erzählt Hamm weiter. Das solle sogar mindestens 60 Prozent der Gruppenstunden ausmachen, ergänzt Jugendfeuerwehrwart Christoph Lösel. Was auch durchaus Sinn mache. Denn sieben Jahre lang nur Feuerwehrausbildung sei zu einseitig.

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Deshalb gibt es auch viele Spiele, Teambildungsmaßnahmen und Ausflüge. Im Sommer wird auf eigene Initiative in die Partnerstadt Born gefahren, erzählt Hamm. Eine neue Aktion haben die Kinder selbst ins Leben gerufen: Fledermaus-Sommerquartiere zu bauen. „Das hat den Kindern viel Spaß gemacht, denn wo sonst dürfen sie mal Werkzeug in die Hand nehmen“, erzählt Hamm.

Die Jugendfeuerwehr organisiert sich in Nauheim selbst, wählt ihren eigenen Vorstand. So sollen die Kinder auf die bestehenden Vereinsstrukturen vorbereitet und eingebunden werden. Das bedeute aber nicht, dass die Jugendfeuerwehr ihr eigenes Süppchen koche, erklärt Lösel. „Wir sind eine Feuerwehr“, macht er deutlich. Das zeige sich bei Aktionen, die immer gemeinsam durchgeführt werden. Egal ob Verpflegungsstand am Frühlingsfest, beim Weihnachtsbaum einsammeln oder der Feueraufsicht in der Kita Ochsengrund. Die Mitglieder der Einsatzabteilung werden ja auch gebraucht, um die Fahrzeuge zu fahren. Ob bei Übungsabenden oder Ausflügen, bei der 48-Stunden-Übung oder den Schauübungen wie beim Kinderfest. Das habe sich bewährt, denn so gelinge der Übergang von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung reibungsloser. Dafür sorge auch die einheitliche Kleidung aller Feuerwehrmitglieder. „Jeder kennt sich heute, das war früher nicht so“, erzählt Lösel.

Um den Nachwuchs bei der Feuerwehr ist den Jugendwarten also nicht bange. Ob dies letztendlich ausreiche, die Tagesalarmsicherheit zu gewährleisten, werde sich zeigen. Wenn die Jugendlichen tagsüber auswärts studierten, eine Ausbildung machten oder arbeiteten, fehlten hier die Einsatzkräfte. Um dieses Problem zu lösen, seien aber andere Anstrengungen nötig, wissen sie.