Hunderte Menschen bei Demo gegen AfD-Veranstaltung im...

Mehrere Hundert Menschen demonstrieren vor dem Bürgerhaus in Mörfelden und auch die Polizei ist zahlreich vertreten. Foto: Hans Dieter Erlenbach

In Mörfelden demonstrieren Kommunalpolitiker, Vereine und das städtische Integrationsbüro gegen eine Veranstaltung des AfD-Kreisverbandes Groß-Gerau.

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MÖRFELDEN. Mehrere Hundert Menschen demonstrierten am Dienstagabend vor dem Bürgerhaus Mörfelden gegen eine Veranstaltung des AfD-Kreisverbandes Groß-Gerau. Die AfD hatte zu einer Informationsveranstaltung zu den Ahmadiyya-Gemeinden eingeladen, die im Kreis Groß-Gerau stark vertreten sind und in Groß-Gerau eine ihrer Deutschlandstützpunkte haben.

Unter dem Demonstranten befanden sich zahlreiche Kommunalpolitiker, das städtische Integrationsbüro, aber auch Vertreter von Vereinen, die unter dem Motto "Mörfelden ist bunt" zu einer Teilnahme an der Kundgebung eingeladen hatten. Direkt vor dem Eingang des Bürgerhauses gab es Musik, die Polizei war mit zahlreiche Kräften vor Ort. Die AfD, deren Veranstaltung um 19 Uhr beginnen sollte, hatte einen Sicherheitsdienst engagiert. Der erklärte gegenüber Demonstranten, die Veranstaltung sei nicht öffentlich.

Ralf Beitinger, der zu den Organisatoren der Veranstaltung gehört, betonte, es handele sich um eine überparteiliche Veranstaltung. Unter den Demonstranten befanden sich auch viele Menschen mit Migrationshintergrund und viele ältere Menschen, die unter dem Motto "Omas gegen die AfD" demonstrierten.

Verbale Auseinandersetzung

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Die Demonstration gegen die AfD blieb bis zum Abend friedlich. Lediglich kurz vor Beginn der Veranstaltung gab es vor der Tür des Versammlungsraums eine verbale Auseinandersetzung zwischen der Kreissprecherin der AfD, Irmgard Horesny und einem älteren Ehepaar. Horesny verwehrte dem Ehepaar den Zutritt, weil die Frau angeblich ein AfD-Mitglied beleidigt habe. Die Polizei schaltete sich ein und verwies das ältere Ehepaar des Raumes.

Entgegen der ersten Aussagen des Ordnungsdienstes durften schließlich doch Gäste an der Versammlung teilnehmen. Bemerkenswert dabei: Gut die Hälfte der Besucher waren Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde, darunter auch der Emir der Ahmadiyyas in Deutschland, Abdullah Wagishauser. Horesny machte jedoch gleich zu Beginn klar, dass es nach dem Vortrag des Wiesbadener AfD-Stadtverordneten Robert Lambrou keine Diskussion geben werde. Es dürften nur Fragen gestellt werden.

Der Presse wurden Film-, Ton- und Fotoaufnahmen von der Veranstaltung untersagt. Nach dem rund eineinhalbstündigen Referat kam es zu teilweise heftigen Wortwechseln. Unter anderem beklagte der Referent, dass bei der Veranstaltung alle anwesenden Frauen der Ahmadiyyas Kopftuch trugen und getrennt von ihren Männern sitzen würden.