Kreis Groß-Gerau: Nach dem Orkan wird aufgeräumt und Bilanz...

Der Norden des Kreises Groß-Gerau und hier vor allem Nauheim waren von dem Sturm "Fabienne" am Sonntagabend besonders stark betroffen. Mehr als 100 Häuser wurden beschädigt.

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KREIS GROSS-GERAU. "Das waren nur zwei, drei Minuten", sagt der Nauheimer Bürgermeister Jan Fischer CDU). Er steht bei Anwohnern in den Seitenstraßen der Berzallee und spricht ihnen Trost zu, nachdem Sturmtief Fabienne eine Spur der Zerstörung hinterlassen hat. Mehr als 100 Häuser seien beschädigt, so Fischers erste Bilanz, dazu zahlreiche Autos und unzählige Bäume. Er empfiehlt betroffenen Bürgern, die Schäden genau zu dokumentieren und sich mit ihren Versicherungen in Verbindung zu setzen. Vermutlich bekommt nur Geld, wer eine Elementarschaden-Versicherung hat.

Ein Stück weiter liegt ein Baum quer über der Zufahrt zum Campingplatz am Hegbachsee. Hans Steigerwald kämpft sich durch das Geäst. Er will zur Kleintierzuchtanlage. "Meine Hühner brauchen Futter", sagt er. Die Gebäude auf der Anlage scheinen alle unversehrt. Die Windhose ist wohl knapp vorbeigezogen.

Zwei Mitarbeiter des Überlandwerks rücken an, denn der große Baum, der die Zufahrt zum Hegbachsee versperrt, hat auch eine Straßenlaterne mit umgerissen.

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Der Nordkreis besonders stark betroffen

Am Tag nach dem Sturm ist in Nauheim Aufräumen angesagt. Zahlreiche Dächer sind mit Planen abgedeckt, auf anderen sind Dachdecker zugange. Die Betriebe der Umgebung haben der Schadensbeseitigung in Nauheim Priorität eingeräumt.

Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreis waren bis in die Nacht hinein im Einsatz, um Schäden zu beseitigen und auf Straßen gefallene Bäume zu beseitigen. Auch die Bauhöfe werden in den nächsten Tagen genügend zu tun haben.

Die Polizei spricht in einer ersten Bilanz davon, dass der Nordkreis besonders stark betroffen war. Allerdings gab es auch im Südkreis Schadensfälle. Bei Stockstadt wurde ein 55 Jahre alter Mann schwer verletzt, als an der Zufahrt zum Naturschutzgebiet Kühkopf ein Baum auf sein Auto fiel. Die Feuerwehr musste ihn aus dem völlig demolierten Auto befreien.

Schäden werden auch aus Bauschheim gemeldet. Dort wurden ebenfalls Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt. Eine Band sagte ihren Auftritt bei der Kerb ab, Familien verließen beim Einsetzen des Sturms fluchtartig den Kerweplatz.

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In Walldorf hat es einen Teil des Stadthallendachs getroffen, das auch am Montag noch in Teilen herunterhing. Die Stadt hat die Halle aus Sicherheitsgründen gesperrt, Mieter einer Wohnung in der Halle müssen anderweitig untergebracht werden.

Die Feuerwehr Groß-Gerau war am Sonntag mit 95 Kräften aus allen vier Stadtteilen im Einsatz. Allein in Dornheim gab es 18 Einsatzstellen. Unter andrem beseitigten die Feuerwehrkräfte umgestürzte Bäume und sicherten lose Dachziegel. Auch in der Kernstadt und entlang der A 67 gaben Bäume den Sturmböen nach und mussten beseitigt werden. Die wohl größte Einsatzstelle befand sich auf der Waldstraße zum Hegbachsee. Eine Vielzahl umgestürzter Bäumen versperrte den Weg zum kurzzeitig vom Stadtgebiet abgeschnittenen Campingplatz. Für die Verpflegung der Einsatzkräfte sorgte das Rote Kreuz.

In Ginsheim war eine Windhose durch den alten Ortskern gebraust, holte Ziegel von den Dächern und sorgte für umgestürzte Bäume und Äste, die auf Autos fielen. Für die notdürftige Reparatur eines Daches in der Immanuel-Kant-Straße wurde Spezialgerät von der Werkfeuerwehr aus Rüsselsheim angefordert.