Willkommen im Paradies „Klinkerland“!

Der Spielplatzverein hat sich finanziell und mit viel Eigenleistung an der Neugestaltung von „Klinkerland" beteiligt. Entstanden ist eine großflächige Spieloase. Foto: Ulrich von Mengden  Foto: Ulrich von Mengden

Willkommen im „Klinkerland“! Mitten im Wohngebiet „Klinker“ ist für Kinder eine großflächige Spieloase entstanden. Es zeigt sich ein von altem Baumbestand...

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BISCHOFSHEIM. Willkommen im „Klinkerland“! Mitten im Wohngebiet „Klinker“ ist für Kinder eine großflächige Spieloase entstanden. Es zeigt sich ein von altem Baumbestand beschattetes Areal, das dem Nachwuchs, Bewegungsmöglichkeiten, Abenteuerräume und Flächen für Fantasie und Gestaltung bietet.

Das sah vor vier Jahren noch ganz anders aus. Das Gelände machte mit seinen wenigen maroden Spielgeräten einen eher traurigen Eindruck. Abends gerne von lärmenden Jugendlichen genutzt, ging vom Spielplatz Konfliktpotenzial mit der Nachbarschaft aus. Der 2013 neu gegründete Bischofsheimer Spielplatzverein guckte sich die Fläche als erstes Projekt aus, das zum Paradies für die Kleinen umgewandelt werden sollte. Jetzt kann bestaunt werden, wie Spielplätze aussehen, wenn die Wünsche der Eltern mit einfließen.

Schon der Eingangsbereich von der Georg-Fischer-Straße hat mit seinem hölzernen Portal den einladenden Charakter einer Farm. Mit dem „Klinkerland“ wird eine kindgerechte Sandlandschaft mit durchdachter Architektur betreten, die von zahlreichen Spielgeräten bestimmt ist. Prunkstück ist dabei die Kinderburg, die mit hölzernen Zinnen auf einem Sockel aus Muschelkalk-Quadern hoch aus dem Areal herausragt.

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Es sind hier 100 000 Euro investiert worden und jede Menge freiwilliger Arbeitsstunden mit eingeflossen. Es erwies sich als großer Glücksfall, dass das private Engagement des Vereins und der Bauhof der Gemeinde zu einer kraftvollen Einheit zusammenwuchsen.

Mit Gärtnerin und Hobbyschnitzerin Momo Stülb und Tischler Joachim Rauch fanden sich auch noch zwei Bauhof-Mitarbeiter, die mit Fantasie, Geschick und großem persönlichen Einsatz Holzarbeiten ausführen, die an Theaterkulissen erinnern. So sind eine Krokodil-Wippe entstanden, bunte Fahrradständer oder illusionistisch bemalte Spielhäuser. Für Mutproben steht eine riesige Kletterspinne zur Verfügung. Ein kleines Abenteuer besteht, wer durch die von früher erhaltene Betonröhre robbt, die komplett unter der Burg durchführt.

Aus dem Verein hat Metallbauer Ralf Richter für kleines Geld mit seinem Unternehmen und weiteren Firmen Tischgruppen gebaut, die sich als äußerst wertvoll für die Kommunikation auf dem Platz erweisen. „Ein solches Projekt kann sich nur verwirklichen, wenn die Last auf vielen Schultern verteilt wird“, sagt Vereinsvorsitzender Detlev Noll über den Vorzeigespielplatz, der inzwischen auch viele Familien mit Kindern aus der gesamten Region anzieht. Damit meint er die zahlreichen Helfer, die Muskelkraft investierten, ebenso wie die Reihe der Sponsoren, aber auch die Verwaltung, die erkannt hat, dass gut ausgestattete Spielplätze einen weichen Standortfaktor für Kommunen darstellen.

Inzwischen sei der Etat für die Spielplätze der Gemeinden um 250 Prozent gestiegen, freut sich Aktivist Noll, der mittlerweile einen Verein mit 150 Mitgliedern führt.