Diamantene Hochzeit im Hause Brückner

Ihren 60. Hochzeitstag begehen Anneliese und Horst Brückner am Mittwoch in Bischofsheim. Foto: Ulrich von Mengden   Foto: Ulrich von Mengden

Das schöne wie seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern am Mittwoch, 27. Juni, Anneliese und Horst Brückner. Sechs Jahrzehnte haben die beiden Seite an Seite verbracht....

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BISCHOFSHEIM. Das schöne wie seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern am Mittwoch, 27. Juni, Anneliese und Horst Brückner. Sechs Jahrzehnte haben die beiden Seite an Seite verbracht. Jederzeit würden sie sich wieder für einander entscheiden und machen sich mit dieser Liebeserklärung gegenseitig das schönste Geschenk zum 60. Hochzeitstag.

Es herrschten Nachkriegswirren, als sich die Breslauerin und der Sudetendeutsche in den 50-er Jahren in einem Tanzlokal in der DDR über den Weg liefen. War die standesamtliche Trauung 1958 noch reichlich unromantisch, gaben sie sich ein Jahr später feierlich vor dem Altar der Mainzer Johanniskirche das Ja-Wort. Eine Zukunft in der DDR hatten sie sich nicht vorstellen wollen und können.

Arbeit gab es hier zuhauf. Horst Brückner, der aus einem landwirtschaftlichen Betrieb kam, fand Anstellung bei der MAN in Gustavsburg und brachte es später bei Opel bis zur Rente auf 33 Jahre Betriebszugehörigkeit. Da das Ehepaar kinderlos blieb, hatte auch die heute 80-jährige Anneliese Brückner Zeit, auf 42 Beschäftigungsjahre zu kommen. Unter anderem war sie bei Linde in Kostheim beschäftigt, ehe sie in der Mainzer Universität die Bibliotheken der Politikwissenschaftler und Romanisten betreute.

22 Jahre wohnte das Ehepaar Brückner in Mainz, wo sie die Nähe zu Wochenmarkt und Rhein schätzten, ehe sie sich 1977 den Traum vom Eigenheim im Bischofsheimer Hessenring erfüllten. „Weitestgehend alles alleine gemacht“, erinnern sie sich an die entbehrungsreiche Zeit, bis der schmucke Bungalow fertig war. Zwölf Jahre haben sie dafür auf ihre geliebten Urlaube verzichtet. Danach konnte es wieder mit Zelt und Wohnwagen nach Italien und Spanien gehen.

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Gesundheitlich ist der 82-jährige Ehejubilar angegriffen und auch seine Frau muss kürzer treten. Deshalb gibt es seit vier Jahren keine Urlaubsfahrten mehr. Zuvor waren sie noch zum Schnorcheln auf den Malediven. Den Nutzgarten an ihrem Haus haben sie in einen pflegeleichteren Ziergarten verwandelt.

Als Mitglied der Egerländer Gmoi haben sie regelmäßig Veranstaltungen der Heimatvertriebenen besucht und erinnern sich gern an die langen Tanznächte. Ihren 50. Hochzeitstag hatten sie noch groß gefeiert. Jetzt soll es einen bescheideneren Rahmen geben. Zum Ehrentag am Mittwoch gibt es ab 11 Uhr einen Tag der offenen Tür, bei dem jedermann willkommen ist.