Lebensmittelpreise steigen: Wie können Mittelhessen sparen?

Die Preise für Nahrungsmittel sind im Durchschnitt um 8,5 Prozent gestiegen. Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, wie man trotzdem sparen kann. Foto: Natascha Gross

Ob Butter, Mehl, Kartoffeln oder Fleisch: Die Preise für Nahrungsmittel sind im Vergleich zum Vorjahr teils stark gestiegen. Zehn Tipps, wie Sie beim Einkauf sparen können.

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MITTELHESSEN. Wer einen Kuchen backen will, muss sich auf saftige Preise für die Zutaten einstellen: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind unter anderem Mehl mit plus 16,8 Prozent, Milch (+8,2), Butter (+17,6) und Eier (+17) deutlich teurer als noch vor einem Jahr. Gründe für den Preisanstieg sind gestiegene Energiekosten, der Ukrainekrieg und die Corona-Pandemie. Krisen sind Inflationstreiber, sodass unter anderem die Preise für Nahrungsmittel im Durchschnitt um 8,5 Prozent gestiegen sind. Doch was tun, wenn das Gehalt nicht mit steigt? Die Ernährungsexpertin Wiebke Franz von der hessischen Verbraucherzentrale gibt zehn Tipps, wie Mittelhessen sparen können.

1. Tipp: Saisonal einkaufen

Bei Obst und Gemüse lohnt sich ein Blick auf den Saisonkalender. Denn Lebensmittel, die aus entfernten Ländern importiert werden müssen, schaden nicht nur der Umwelt, sondern sind meist auch teurer. "Aktuell gibt es beispielsweise Blumenkohl, Brokkoli, Radieschen, Kohlrabi, Spinat und Lauch aus deutschem Freilandanbau", sagt Wiebke Franz. Und auch beim Obst gibt es Sparpotenzial. Die Ernährungsexpertin rät: "Erdbeeren selbst zu pflücken, ist preisgünstiger." Welche Lebensmittel Saison haben, können Verbraucher online recherchieren. Unter anderem bietet das Bundeszentrum für Ernährung ein PDF zum Ausdrucken oder eine App.

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2. Tipp: Angebote genau prüfen

Wer sparen will, achtet meist auf Sonderangebote. Doch die halten nicht immer, was sie versprechen. "Wer Großpackungen kauft, sollte einplanen, dass diese auch verbraucht werden, damit sie nicht verderben", sagt Wiebke Franz. Denn läuft die Ware ab und landet im Müll, haben Verbraucher nichts gewonnen. Zudem rät die Ernährungsexpertin dazu, auf den Grundpreis zu achten. Dieser wird an den Preisschildern meist klein gedruckt in Kilogramm oder Liter angegeben. So können unterschiedliche Marken besser verglichen werden.

3. Tipp: Schnäppchen auf dem Wochenmarkt

Auch wenn der Wochenmarkt nicht unbedingt ein Schnäppchen-Paradies ist: Zu bestimmten Zeiten kann man auch dort fündig werden. "Kommen Sie am besten zum Ende des Markt-Tages, denn auch die Händler wollen nichts wegwerfen und senken dann die Preise oder geben mit Glück sogar ihre Ware kostenfrei ab", sagt die Ernährungsexpertin. Und auch beim Bäcker können Verbraucher sparen, wenn sie Brot vom Vortag kaufen. "Bei Vollkornbroten macht das gar nichts aus, andere Brote können in einem Brotsalat verarbeitet werden."

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4. Tipp: Auf Eigenmarken ausweichen

Neben Markenprodukten bieten Supermärkte und Discounter immer auch günstige Eigenmarken an. "Diese sind laut Tests von Stiftung Warentest meist genauso gut wie Markenprodukte und noch dazu billiger", sagt Wiebke Franz. Die billigen Produkte befinden sich meist nicht auf Augenhöhe, sondern ganz oben oder unten in den Regalen. Wer sparen will, muss sich also bücken und strecken.

5. Tipp: Unverpackt einkaufen

"Um bedarfsgerechter einzukaufen, sollten Sie auf unverpackte Lebensmittel zurückgreifen", rät Wiebke Franz. Denn nicht jeder benötigt gleich drei (in Plastik verpackte) Paprika oder ein ganzes Kilogramm Karotten. Damit nichts verdirbt, lohnt es sich also auch, Obst und Gemüse einzeln zu kaufen.

Pflanzliche Speiseöle (ausgenommen Olivenöl) sind im März 2022 um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden.  Foto: Natascha Gross
Pflanzliche Speiseöle (ausgenommen Olivenöl) sind im März 2022 um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden. (© Natascha Gross)

6. Tipp: Selbst kochen und auf Sattmacher achten

Fertigprodukte sind verführerisch, wenn es schnell gehen soll. Doch das belegte Brötchen beim Bäcker oder die Fertignudeln aus dem Supermarkt sind in der Regel teuer. "Es lohnt sich, zur Arbeit eine selbst zubereitete Brotzeit mitzunehmen", rät die Ernährungsexpertin. Und auch zu Hause sollten Verbraucher selbst kochen. "Nudeln mit TK-Gemüse und einer Fertig-Tomatensoße sind preisgünstig und noch dazu schnell gemacht." Generell sollten viele Sattmacher wie Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Nudeln im Speisenplan vorkommen. "Wir fordern eine Mehrwertsteuersenkung auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte. So könnten sich die Menschen gesünder ernähren und gleichzeitig das Klima schonen", sagt die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale. Denn pflanzliche Lebensmittel haben im Schnitt einen geringeren Treibhausgasausstoß und sind größtenteils günstiger.

7. Tipp: Reste verwerten

Wenn Reste übrig bleiben, sollten diese am besten gleich am Folgetag verwertet werden. "Aus Gemüse kann man eine Soße pürieren, aus Brotresten Knödel zubereiten und aus Reis einen Reissalat machen oder eine Gemüsepfanne", sagt Wiebke Franz. Weitere Tipps zu klimafreundlicher Ernährung gibt die Villmarer Landfrau Ilka Kullmann.

8. Tipp: Vorrat im Blick behalten

Wer sparen will, sollte so wenig Lebensmittel wie möglich entsorgen. "Was bald abläuft, sollte im Kühlschrank und in der Vorratskammer nach vorn gestellt werden", rät die Ernährungsexpertin. Und danach sollte auch der Essensplan ausgerichtet werden.

9. Tipp: Leitungswasser trinken

Auch bei Getränken können Verbraucher sparen: "Trinken Sie Leitungswasser mit einem Spritzer Zitrone oder Kräutern." Und auch Tee ist eine günstigere Alternative zu Säften oder Softgetränken.

10. Tipp: In Ruhe einkaufen und Vorplanen

Eine Einkaufsliste hat gleich zwei Vorteile: Es wird bedarfsgerecht eingekauft und Spontankäufe können vermieden werden. "Die Planung sollte außerdem mit allen Familienmitgliedern abgesprochen sein", rät Wiebke Franz. Noch dazu sollte man sich Zeit nehmen und nicht hungrig einkaufen. Denn auch das führt zu (teueren) Spontankäufen.

Und auch beim Kuchenbacken besteht noch Spar-Potenzial: Rein pflanzliche Butter sowie Margarine sind teils deutlich billiger und Eier können (Hobby-) Bäcker durch kostengünstige Leinsamen ersetzen: Um ein Ei zu ersetzen, benötigt man lediglich einen Esslöffel gemahlene Leinsamen. Diese werden mit drei Esslöffel heißem Wasser verrührt und müssen dann fünf bis zehn Minuten quellen.