Schloss Lichtenberg wird Tonstudio

Während die Konzerte pausieren, bietet der Kultur- und Verschönerungsverein (KKV) Musikern die Räume für Ton- und Videoaufnahmen an.

Anzeige

LICHTENBERG. Notgedrungen muss der Kultur- und Verschönerungsverein Lichtenberg (KVV) seine sonst so rege Konzerttätigkeit auf Schloss Lichtenberg aufgrund der Corona-Pandemie ruhen lassen. Auch das benachbarte Lichtenberger Institut für angewandte Stimmphysiologie, das eigentlich wöchentlich Seminare für recht große Teilnehmerrunden aus dem In- und Ausland anbietet, hat seine Unterrichtsarbeit aktuell weitestgehend eingestellt. Doch der erste Vorsitzende des KVV, Harald Feick, sowie der Leiter des Lichtenberger Instituts, Martin Landzettel, suchen gemeinsam nach Möglichkeiten, dem Ausnahmezustand eine gute Seite abzugewinnen – seien es neue Unterrichtsformate oder auch alternative Nutzungsmöglichkeiten der guten Akustik und des schönen Ambientes des Kaisersaals im Lichtenberger Schloss.

Gemeinsam bieten sie ab sofort Künstlern aller Genres im Schloss die Möglichkeit professioneller Ton- und Videoaufnahmen. „Wir stellen die Technik, den Flügel und den Raum. In einer Zeit der vielen Wohnzimmerkonzerte, die augenblicklich auf Youtube, Instagram und Co. in mal besserer, mal schlechterer Qualität zu sehen sind, sicher ein interessantes Angebot für selbstständige Musiker“, meint Feick. Zunächst möchte er die Idee ausprobieren mit jenen Künstlern, mit denen er durch die Schlosskonzerte ohnehin zusammenarbeitet. Auch die jungen Sänger und Instrumentalisten der Da-Ponte-Stiftung, die oft beim KVV auftreten, könnten für diese Möglichkeit einer professionellen Musikproduktion in attraktiver Umgebung aufgeschlossen sein, glaubt er. Dass die Aufnahmequalität stimmt, bezeugt zum Beispiel ein Videomitschnitt der Band „Lichtenberg“, der vorletztes Jahr bei einer Benefizaktion im Schloss entstanden ist.

Wie und wann der Konzertbetrieb auf Schloss Lichtenberg wieder aufgenommen werden kann, sei noch nicht sicher, erklärt Feick. Mit Blick auf die großzügigen Räumlichkeiten ist er jedoch positiv gestimmt. Der Kaisersaal ermögliche eine flexible Bestuhlung, die mit Abstand einen maximalen Musikgenuss bereite. „Gerne würden wir im September mit unserem Preisträgerkonzert des Lichtenberger Musikpreises wieder starten. Gleichzeitig arbeiten wir für die nahe Zukunft aber auch verstärkt an Formaten für die jüngere Generation.“