Musikalisch auf einer Wellenlänge

Große Kammermusik in Fischbachtal: Das Eliot-Quartet und der Pianist Alexey Pudinov begeistern beim dritten Konzert des "Lichtenberger Musiksommers".

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FISCHBACHTAL. Begeisternde, große Kammermusik nach dem Motto "Klavier plus 4" ist beim dritten Konzert des "Lichtenberger Musiksommers" erklungen. Denn das Eliot-Quartett und der Pianist Alexey Pudinov haben die Klavierquintette von Antonín Dvorák und César Franck auf den Programmzettel gesetzt.

Maryana Osipova und Alexander Sachs (Violinen), Dmitry Hahalin (Viola) und Michael Preuss (Cello) haben im Sommer 2014 an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zusammengefunden und sich nach dem US-amerikanischen Schriftsteller T.S. Eliot benannt, weil der sich von den späten Streichquartetten Beethovens zu seinem letzten großen Werk "Four Quartets" inspirieren ließ. Bereits im vorigen Jahr war der Organisator der Schlosskonzerte, Harald Feick, dann auf dieses Eliot-Streichquartett aufmerksam geworden, das jetzt den Deutschen Musikwettbewerb gewonnen und sowohl beim Internationalen Mozartwettbewerb Salzburg als auch kürzlich bei der Melbourne International Chamber Music Competition den zweiten Platz belegt hat. Die Karriere Pudinovs begleiten die Lichtenberger Schlosskonzerte zudem schon seit Jahren.

Das Zusammenspiel der jungen Künstler zeigt, dass sie musikalisch auf einer Wellenlänge liegen. In Dvoráks Klavierquintett A-dur op. 81 von 1887genießen sie im Spiel geradezu den melodischen Ideenreichtum des Komponisten, der geprägt ist von romantischem Pathos und tschechischen Einflüssen. Packend und gleichzeitig präzise entwirren die Musiker Themenverdichtungen, durchleuchten klar Strukturen und spüren den Klangmöglichkeiten der verschiedenen Instrumentenkombinationen nach. Das erzeugt Lebendigkeit und lässt das Werk frisch erscheinen.

Großer Spannungsbogen für Francks Klavierquintett

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Etwas schwerere Kost ist das monumentale Klavierquintett in f-moll von César Franck aus den Jahren 1878/79, das zum Schlüsselwerk von Francks Spätstil und wegweisend für jüngere französische Komponisten wie Debussy oder Dukas werden sollte. Hier gelingt es dem Ensemble, das kraftvoll-punktierte Hauptthema des ersten Satzes herauszustellen und mit dem sich durch alle drei Sätze spinnenden Kernmotiv einen großen Spannungsbogen aufzubauen, obwohl hier nicht mehr die klassische Sonatenform besteht, sondern Tonartenfelder und harmonische Rückungen als verbindende Klammer dienen.

Beeindruckend, wie Klavier und Streicher bei diesem Werk verschmelzen und Francks Klarheit und Klanglichkeit gefühlvoll aufblühen lassen. Langer Applaus und Bravorufe fordern als Zugabe noch einmal den letzten Satz des Dvorák-Werkes.