Album „Battle of the Kings“ von „Saor Patrol“

Die neue CD der Folkrock-Band „Saor Patrol“ firmiert als Konzeptalbum. Die Rede ist von Inspiration durch „König Robert the Bruce“ und seinen Kampf für die Freiheit der Schotten.

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DARMSTADT. Der Name der schottischen Band „Saor Patrol“ – gesprochen wie „schoorpatról“ – bedeutet „Freiheitspatrouille“. Das steht für Wachsamkeit und Kampfbereitschaft, Hand in Hand mit dem Cover des neuen Albums „Battle Of Kings“ (erschienen beim britischen Label ARC Music). Charlie Allan gründete 1999 das Projekt im schottischen Kincardine, inspiriert von Dreharbeiten zu dem Film „Gladiator“. Er erlernte das Dudelsackspielen und warb gleichgesinnte Musiker an. Seither hat „Saor Patrol“ zehn Studio- und zwei Live-Alben herausgebracht, zuletzt 2014 „Outlander“. Die Band machte aber vor allem bei Auftritten in aller Welt Furore, so etwa 2014 und 2017 beim Wacken-Rockfestival. Die fünfköpfige Stammbesetzung wird bei großen Events durch zusätzliche Piper und Drummer aufgestockt.

Die neue CD mit zwölf Stücken firmiert als Konzeptalbum, was im englischsprachigen Beiheft derart umfänglich ausgeführt ist, dass die von anderen ARC-Editionen gewohnten Übersetzungstexte den Rahmen gesprengt hätten. Die deutsche Übersetzung gibt es immerhin im Internet. Von Inspiration durch „König Robert the Bruce“ und seinen Kampf für die Freiheit der Schotten ist die Rede. Als Ouvertüre zu „Battle of the Kings“ beginnt „The Ride To The Marshes“ mit zartem Gitarrengeflirr, hinter dem sich jedoch alsbald streitbares Dudelsack-Dröhnen hervor und ganz nach vorne drängt. „The Chase“ (die Verfolgungsjagd) setzt das Grundkonzept von „Saor Patrol“ konsequent ein, Dudelsack mit elektrischen Rocksounds und deftigem Einsatz wummernder Trommeln zu kombinieren. Dass der Dudelsack auch richtiggehend lyrisch klingen kann, wird durch eine breite harmonische Unterlegung erzeugt. „Stirling Craig“ hieß die Abtei, bei der William Wallace mit seinen Aufständischen lagerte, bevor sie 1297 bei Stirling Bridge die Truppen Edward I. zurückschlugen: In dem gleichnamigen Song tritt eine zweite Dudelsackstimme hinzu, derb verzerrte, dumpfklangige E-Gitarren und Trommelsalven treiben einen Riff voran, signalisieren heftige Handgemenge. Zuerst elegisch, dann heroisierend kommt „Road To The Isles“ daher, hin und wieder unterlegt von dunklem Kriegergesang, der wie ein Mantra erklingt und im Finale in den Vordergrund tritt.

Dann überspringt die Rahmenhandlung unversehens zwei Jahrhunderte: Das monumentale Stück „Aftermath (Battle of the Field of Shirts)“ ist angelehnt an die „Schlacht auf dem Feld der Hemden“, bei der im Jahre 1544 im Sumpfland am Nordende des Loch Lochy verfeindete Clans gegeneinander kämpften. Das aktuelle Arrangement projiziert Nebelschwaden und Totenklage auf die mentale Leinwand, Gast-Vokalist William Van Der Laan besingt die Orientierungslosigkeit des Kriegers nach der Schlacht: „Wo sollen wir denn jetzt hingehen? Bitte führt mich nach Hause...“. Dieser Song ist seit dem Album „Full Boar“ (2005) bereits auf mindestens fünf Alben der Band zu finden – freilich bislang ohne die zwei Gesangsstrophen.

Die zweite Hälfte des Albums blendet wieder zurück zu den schottischen Freiheitskämpfen des späten 13. Jahrhunderts, wie sie der Film „Braveheart“ darstellt.

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Für Folk-Freunde wird sicherlich die „Saor Patrol“-Version des Traditionals „Amazing Grace“ ein Höhepunkt des Albums sein.