Wiesbaden: Krimi-Lesungen bieten Ablenkung während Corona

Krimiautor Benjamin Cors hat seinen fünften Krimi veröffentlicht. Foto: Heike Bogenberger/dtv

Ob online oder mit limitierter Besucherzahl: Auch während der Pandemie erfreuen sich Thriller und Krimis großer Beliebtheit.

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WIESBADEN. Es ist ja nicht so, als würde Corona nicht ausreichend Nervenkitzel bieten. Doch anders als die weltweite Pandemie ist die nervenzerreibende Handlung eines Kriminalromans zumindest zwischen zwei Buchdeckeln abgeschlossen. Es gibt also keinen Grund, sich momentan nur ausgewiesener Happy-End-Literatur zu widmen. „Ich glaube, es geht in diesen Zeiten auch um Ablenkung. Jeder kann selbst entscheiden, was ihn im der derzeitigen Lage unterhält, ihn kurz entführt. Ein guter Krimi, ein packender Thriller ist dabei vielleicht so etwas wie eine Abkürzung: Spannung als schnelle, fesselnde Ablenkung, ohne großes Drumrumreden. Man sollte es einfach ausprobieren“, schlägt Benjamin Cors vor, der gerade seinen fünften Krimi „Sturmwand“ beim dtv-Verlag veröffentlicht hat. Der 44-Jährige ist im Hauptberuf Fernsehjournalist und lebt nach einigen Jahren in Wiesbaden nun mit seiner Familie im Rheingau. „Wiesbaden war immer mein Heimathafen. Entweder, weil ich im Café mit genau diesem Namen saß und geschrieben habe, oder weil ich am Warmen Damm die Enten gezählt habe, wenn die (richtigen) Sätze nicht kommen wollten. Heute schreibe ich meine Bücher meist woanders, aber immer kehre ich irgendwann im Schreibprozess in die Stadt zurück, und sei es nur für wenige Seiten.“ Für seinen Erstling „Strandgut“ wurde er 2015 mit dem Friedrich Glauser-Preis für das Beste Krimi-Debüt ausgezeichnet.

Auch „Sturmwand“ spielt wie alle Vorgänger in der Normandie und hat mit Personenschützer Nicolas Guerlain einen festen Protagonisten, der in diesem Band nicht nur mit einer rätselhaften Mordserie rund um eine Namensliste kämpfen muss (auf der er auch noch selbst steht), sondern auch mit der zerbrechenden Beziehung zu seiner großen Liebe. Zwei Online-Lesungen hat Cors bereits veranstaltet. „Es war tatsächlich spannend und hat gut geklappt, glaubt man den Kommentaren. Ich warte ja noch auf eine Autokino-Lesung.“

Warten auf die Autokino-Lesung

Im Juni finden in der Kulturstätte Monta zwei mörderische Live-Lesungen statt: In der ehemaligen Hospitalskapelle können dabei maximal 20 Gäste mit Abstand und mit Schutzmaske Platz nehmen. Durch den Online-Ticketverkauf auf www.kulturstaette-montabaur.de werden automatisch die Kontaktdaten erfasst, erläutert Leiterin Kathrin Schwedler das Prozedere. Um den Edelganoven Henry Jäger im Nachkriegs-Frankurt geht es am 5. Juni in Jakob Sterns „Gröschaz. In „Toscanische Täuschung“ am 19. Juni verwickelt Belinda Vogt ihre Figuren in ein Mörderspiel aus antiken Mythen.