„Herzland“ von Simon Winder

Wo das Herz Europas schlägt: Winder beginnt im Mittelalter mit dem legendären Königreich Lotharingien und streift dann genüsslich durch Jahrhunderte und Orte.

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. Das Herz Europas schlägt für Simon Winder zwischen Amsterdam und Zürich, in einem Streifen Land, der Teile der Benelux-Länder und Ostfrankreichs, das Saarland, die Pfalz und Baden umfasst. Der britische Publizist nennt dieses „Herzland“ (Siedler-Verlag, 560 Seiten, 28 Euro) ein „verschlafenes Ende der Welt“, in dem immer wieder Geschichte geschrieben wurde. Zum Beispiel in Maastricht, wo 1992 der EU-Vertrag unterschrieben wurde, oder in dem winzigen Ort Stavelot, Schauplatz von Hitlers blutiger Ardennenoffensive. Winder beginnt im Mittelalter mit dem legendären Königreich Lotharingien, das sich von der Nordsee bis in die Schweiz erstreckte, und streift dann genüsslich durch Jahrhunderte und Orte. Einerseits schreibt der überzeugte Europäer kenntnisreich und lässt uns an seinem Bildungsfundus teilhaben. Andererseits würzt er seine Geschichten mit hintergründigem Humor und Anekdoten, sodass es niemals fade wird.