Auf ein Wort: Knospen

aus Auf ein Wort

Thema folgen

Der Frühling drängt mit Macht ans Licht. So sehen wir in diesen Tagen allerorten grüne Triebe und mehr oder weniger dicke Knospen an den Pflanzen. Von weitem zeugt ein...

Anzeige

. Der Frühling drängt mit Macht ans Licht. So sehen wir in diesen Tagen allerorten grüne Triebe und mehr oder weniger dicke Knospen an den Pflanzen. Von weitem zeugt ein sanfter Schimmer davon, dass schon bald grüne Blätter und immer mehr duftende Blüten unsere Landschaft schmücken werden.

Das Wort Knospe gehört ganz selbstverständlich zu all dieser Frühlingspracht, wer denkt da schon an Knoten, Knödel, Knöpfe? Ein Blick in die Sprachgeschichte zeigt aber, dass viele Wörter, die mit Kn- beginnen, nicht nur lautliche Ähnlichkeiten haben.

Knospen

Die Knospe geht zurück auf mittelhochdeutsches knopf (!), das soviel bedeutete wie Knorren, Knospe, Kugel, kugelförmiges Ende, Knauf, Knoten, Hügel und Schlinge. So berichtet es der etymologische Duden. Es handele sich bei den Kn-Wörtern um eine größere Gruppe germanischer Bezeichnungen, denen die Bedeutung "zusammendrücken, ballen, pressen, klemmen" gemeinsam ist, schreiben die Sprachexperten.

Anzeige

Knutschen, knüllen, kneten und Knödel passen also wunderbar ebenfalls in diese sprachliche Familie. Und nicht zuletzt der Knust. So nennen viele Menschen noch heute das kleine Ende eines Brotlaibs, das sich durch besonders viel leckere Rinde im Verhältnis zum Teig auszeichnet. Ich erinnere mich gerne an Kindertage, als meine Mutter dick Butter auf den Knust strich und mir mit zwei, drei Schnitten in die Seite des Stückchens das Kauen leicht machte.