Zu viel Klischee

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Kommissar Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) stoßen auf einen grausamen Fund.
  Foto: Schroeder/dpa

Jürgen Sternow, Leiter der Spezialabteilung Cyber-Crime des Landeskriminalamtes Kiel, wurde Opfer eines Mordanschlags. Die Vermutung liegt nahe, dass der Täter im Umfeld der...

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. Von Kirsten Ohlwein

Jürgen Sternow, Leiter der Spezialabteilung Cyber-Crime des Landeskriminalamtes Kiel, wurde Opfer eines Mordanschlags. Die Vermutung liegt nahe, dass der Täter im Umfeld der rasant wachsenden Internetkriminalität zu suchen ist. Die Kommissare Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) werden vom zuständigen Staatsanwalt mit den Ermittlungen betraut.

Was sich dann in den folgenden 85 Minuten entwickelt, mutet fast an, als wäre Autor und Regisseur David Wnendt selbst nicht ganz klar gewesen, wie er sein Buch inszenieren möchte. Soll das eine Überzeichnung sein oder purer Ernst?

Komplett daneben und fernab jeglicher Karikatur ist die schablonenhafte Darstellung der "Nerds", die für das LKA arbeiten. Natürlich tragen sie Brille, T-Shirts mit witzigen Sprüchen und haben neben ihren Computern einen Buzzer installiert, der auf Knopfdruck Pizza vom Lieferdienst bringt. Es wäre schön gewesen, hätte man hier etwas weniger Klischee und etwas mehr Tiefgang investiert. Und spätestens, als Borowski zur Comicfigur mutiert, um ihm den Begriff "Darknet" bildhaft zu erklären, dürfte der ein oder andere Zuschauer aussteigen.

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Für die Glanzlichter in diesem ansonsten eher wirren Tatort aus Kiel sorgen Sibel Kekilli, die in ihrem vorletzten Krimi als Kommissarin Sarah Brandt zu sehen ist, und Svenja Hermuth als Hotel-Angestellte Rosi.