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aus Tatort & Polizeiruf 110

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Odenthal (Ulrike Folkerts, l.) und Stern (Lisa Bitter) sind auf nächtlicher Pirsch.  Foto: SWR/Martin Furch

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihre Kollegen Johanna Stern (Lisa Bitter), Peter Becker (Peter Espeloer) und Edith Keller (Annalena Schmidt) fahren zu einem...

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. Von Kirsten Ohlwein

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihre Kollegen Johanna Stern (Lisa Bitter), Peter Becker (Peter Espeloer) und Edith Keller (Annalena Schmidt) fahren zu einem Coaching-Wochenende in ein abgelegenes Hotel mitten im Schwarzwald. Doch: Die guten Tage des "Lorenzhofs" sind vorbei. Betreiber Bert Lorenz (Heiko Pinkowski) wirkt abweisend, seine Nichte Doro (Eva Bay) ist psychisch stark angeschlagen.

Als die Kommissare einen menschlichen Knochen im Abendessen finden, ist klar: Hier stimmt etwas nicht.

Es ist Fall Nummer eins nach Mario Kopper, und es ist der zweite Versuch von Axel Ranisch, mit dem Ludwigshafener Team einen Improvisations-Krimi zu drehen. Diesmal gelingt es dem Regisseur deutlich besser, den roten Faden der Handlung, die Schauspieler und deren Improvisation ohne festes Drehbuch unter einen Hut zu bekommen. Dennoch merkt man vor allem den professionellen Schauspielern wie Folkerts und Bitter an, dass sie ohne festes Dialogwerk sehr bemüht sind und es kaum schaffen, die Geschichte voranzutreiben. In einigen Szenen wiederholen sie phrasenartig ihre Sätze; es wirkt, als seien sie sprachlos. Und das leider auf eine für einen Kommissar unglaubwürdige Weise.

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Die Struktur stimmt also, Ranisch macht vieles richtig. Aber mit diesem Ensemble sollten die Macher künftig besser wieder auf Drehbücher zurückgreifen, zumal zwischen Stern und Odenthal endlich so etwas wie Chemie aufblitzt. Davon bitte mehr! "Tatort" ohne Drehbuch aus Ludwigshafen: Davon bitte nichts mehr. In einer Nebenrolle übrigens hinreiß;end und absolut überzeugend: Christina Grosse als Ortspolizistin Elli Brunner.