Nichts geht mehr

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Sieland (Alwara Höfels, hinten) lässt Gorniak (Karin Hanczewski) allein zurück.  Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Daniela Incoronato

Auch wenn die Drehbücher des Dresdner "Tatorts" zuletzt wieder an Qualität gewannen: Der Ausstieg von Alwara Höfels ist besiegelt – und konsequent. In "Wer jetzt...

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. Von Kirsten Ohlwein

Auch wenn die Drehbücher des Dresdner "Tatorts" zuletzt wieder an Qualität gewannen: Der Ausstieg von Alwara Höfels ist besiegelt – und konsequent. In "Wer jetzt allein ist" ist Höfels zum letzten Mal als Kommissarin Henni Sieland unterwegs.

Sieland und ihre Kollegin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) ermitteln im Umfeld einer Online-Dating-Plattform, nachdem die Studentin Doro Meisner (Svenja Jung) vor einem Dresdner Club erdrosselt worden ist. Weil die Nachforschungen schnell ins Stocken geraten, fassen die beiden Frauen einen Plan: Sie melden sich selbst auf dem Portal "Love Tender" an und suchen den Täter undercover.

Autor Erol Yesilkaya legt zwar ein überzeugendes Buch vor, doch wie so oft bleibt aus Dresden der fade Beigeschmack, dass mehr möglich gewesen wäre, dass nicht das letzte bisschen Kreativität und Charaktertiefe herausgekitzelt worden ist. Ja – der Krimi ist spannend, zwischendurch in Szenen mit Chef Peter Schnabel (Martin Brambach) und Gorniaks Sohn Aaron (Alessandro Schuster) überraschend komisch und am Ende auch tragisch. Aber: Irgendetwas fehlt. Die stärkste Szene ist die letzte. Sieland verabschiedet sich mit eindrücklichen Worten von ihrer Kollegin und Freundin Gorniak. Sie wollte nie etwas anderes als Polizistin sein, sagt sie, aber: "Ich kann nicht mehr." Keine Wut, keine Reue, nur Resignation. Ein bisschen so, wie der Dresdner "Tatort" von Beginn an wirkt.