Konstanzer Magerkost

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Klara Blum (Eva Mattes) und ihr Schweizer Kollege Matteo Lüthi (Roland Koch) besichtigen im Auktionshaus die wertvollen Weine.  Foto: Furch/SWR

VON KIRSTEN OHLWEINEin junger Arbeitsloser liegt tot im Bodensee. Auf dem Rücken: ein Rucksack mit vielen wertvollen Flaschen Wein. Die Ermittlung bringt die Kommissare Klara...

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. VON KIRSTEN OHLWEIN

Ein junger Arbeitsloser liegt tot im Bodensee. Auf dem Rücken: ein Rucksack mit vielen wertvollen Flaschen Wein. Die Ermittlung bringt die Kommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) auf die andere Seeseite zu einem Weinexperten, dann zu einem Auktionshaus in der Schweiz und von dort wieder in eine Wäscherei nach Konstanz. Während Blum mit ihrem Schweizer Kollegen Matteo Lüthi (Roland Koch) unterwegs ist und dabei endlich noch zartere Bande entstehen als zuletzt, treibt es Perlmann tief in die badische Geschichte, zurück bis ins Jahr 1848, und tief in die Lyrik von Annette von Droste-Hülshoff.

Was nach einem abenteuerlichen Stoff klingt, ist einmal mehr Konstanzer Magerkost. Die biedere, ruhige Art des Teams von Bodensee wirkt wie so oft eben nicht bieder und ruhig, sondern dröge, gelangweilt und zu uninspiriert. Dass Perlmann und Blum wohl einen der ältesten Morde in der "Tatort"-Geschichte aufklären, hilft auch nicht, den ausgeleierten Spannungsbogen wieder zu spannen.

Immerhin - das, was zwischen Blum und Lüthi früher immer wieder mal angedeutet wurde, erfährt endlich eine Fortsetzung. Und den Konstanzern bleibt zu wünschen, dass sie in den verbleibenden drei Filmen bis zur Einstellung den Dreh zu einem würdigen Abgang finden. Ruhig, bieder und entspannt ist nur schön, wenn es ruhig, bieder und entspannt ist. "Chateau Mort" bleibt am Ende nur eines: uninspiriert.