Intensives Drama

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Bukow (Charly Hübner) kocht vor Wut auf König (Anneke Kim Sarnau). Foto: NDR/Christine Schroeder

"Für Janina" heißt der neue "Polizeiruf 110" aus Rostock. Er stellt einmal mehr unter Beweis, wieso die Krimis aus der Hansestadt nicht nur die besten der "Polizeiruf"-Reihe...

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. "Für Janina" heiß;t der neue "Polizeiruf 110" aus Rostock. Er stellt einmal mehr unter Beweis, wieso die Krimis aus der Hansestadt nicht nur die besten der "Polizeiruf"-Reihe sind, sondern auch den "Tatort" in den Schatten stellen. Das hat mehrere Gründe:

- Die Autoren: Eoin Moore hat mit Alexander Bukow (Charly Hübner) und Katrin König (Anneke Kim Sarnau) zwei Charaktere geschaffen, die so vielschichtig, interessant und gegensätzlich sind, dass man ihnen ohne Weiteres noch viele Stunden über die 90 Minuten hinaus zuschauen könnte. Dass ihre "Neurosen" im Mittelpunkt stehen, stört nicht, denn sie führen Handlung und Figuren weiter. "Für Janina" hat Moore mit Anika Wangard geschrieben. Es ist, mit Verlaub, das beste Drehbuch, das in diesem Jahr aus den Reihen "Tatort"/"Polizeiruf" zu sehen sein wird. Intensiv, erschütternd, lustig, romantisch, dreckig, schmerzhaft.

- Die Chemie der Schauspieler: Auch nach sieben Jahren greift bei diesem Team ein Rädchen ins andere. Pöschel (Andreas Guenther) und Thiesler (Josef Heynert) als so genannte Sidekicks ergänzen die herausragenden Hübner und Sarnau, die ihrerseits zu den besten Schauspielern Deutschlands gehören, wie dieser Film erneut unter Beweis stellt.

- Die Eigendynamik: Wenn der 1,92 Meter groß;e Bukow und die 30 Zentimeter kleinere König sich auf einem Schrottplatz prügeln und keiner gewinnt, dann muss es Liebe sein. Oder Hass. Zwischen Altmetall und Autowracks entlädt sich der Frust, der sich in Wochen oder Monaten aufgestaut hat. Er hasst sie dafür, dass er in Geldnot ist. Sie ist ziellos auf dem Pfad der Gerechten unterwegs und hält dem eigenen Druck kaum stand.

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- Der Fall: Janina wurde vor 30 Jahren vergewaltigt und getötet. Bukows und Königs Chef Henning Röder nahm damals einen Mann fest, er kam vor Gericht und wurde freigesprochen. König ermittelt erneut. Schnell stellt sich heraus: Der freigesprochene Tatverdächtige Guido Wachs (Peter Trabner) war es doch. Aber: Wer einmal angeklagt und freigesprochen wurde, darf nicht wieder ohne Weiteres für die gleiche Tat vor Gericht kommen. König und Bukow versuchen dennoch, Wachs zu überführen, was zum nächsten Konflikt führt.

- Der Hintergrund: "Für Janina" wird im Rahmen der ARD-Themenwoche "Gerechtigkeit" ausgestrahlt. Er lässt den Zuschauer mit vielen Fragen über Täter, Entscheidungen sowie Recht und Gerechtigkeit zurück. Er regt zum Nachdenken an und macht gleichzeitig ratlos.