Im Netz der Neonazis

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Gefahr im Verzug: Das ehemalige Paar Daniel (Stefan Konarske) und Nora (Aylin Tezel) muss sich zusammenraufen.  Foto: Kost/WDR

VON BRITTA SCHIENBEINEin Mord in der rechten Szene beschäftigt das Team um Kommissar Faber (Jörg Hartmann) in seinem fünften gemeinsamen Fall: Kai Fischer, Dortmunds...

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. VON BRITTA SCHIENBEIN

Ein Mord in der rechten Szene beschäftigt das Team um Kommissar Faber (Jörg Hartmann) in seinem fünften gemeinsamen Fall: Kai Fischer, Dortmunds führender Neonazi, wird erschlagen auf dem Gelände eines alten Hochofens gefunden. Er hatte Gegner in den eigenen Reihen, aber auch die Leiterin einer Beratungsstelle gegen rechte Gewalt hätte ein Motiv - sie verlor ihren Mann und ihr ungeborenes Kind bei einem Anschlag der Neonazis und beschuldigte Fischer stets, der Haupttäter gewesen zu sein.

Faber sucht den kumpelhaften Schulterschluss mit den Rechten, um sie zum Reden zu bringen, und düpiert dabei seine Kollegin Nora (stark: Aylin Tezel), die wegen ihrer gescheiterten Beziehung zu Daniel (Stefan Konarske) und ihrer persönlichen Betroffenheit aufgrund ihrer türkischen Wurzeln gleich doppelt dünnhäutig daherkommt. Daniel wiederum steht wegen familiärer Beziehungen in die Neonazi-Szene plötzlich zwischen allen Stühlen. Und die Kollegen aus anderen Abteilungen zeigen sich betont unwillig, ihre bisherigen Ermittlungsergebnisse mit Faber und Co. zu teilen.

Autor Jürgen Werner - der die Bücher für alle bisherigen Dortmund-"Tatorte" schrieb - und Regisseurin Nicole Weegmann ist mit "Hydra" ein spannender, psychologisch dichter Krimi mit unerwarteten Wendungen, hervorragenden Schauspielern und stimmiger Bildsprache gelungen. Sehenswert!