Grandioser Abschied

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Schicksalsgemeinschaft: Rolf Poller (Armin Rohde, links) und Kriminalhauptkommissar Frank Steier (Joachim Król).   Foto: Müller/HR

VON BRITTA SCHIENBEINWow! Dieser Abschied ist ein Paukenschlag. Kommissar Frank Steier (Joachim Król) sagt vor Gericht als Zeuge gegen den jungen Nico (Maik Rogge) aus, durch...

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. VON BRITTA SCHIENBEIN

Wow! Dieser Abschied ist ein Paukenschlag. Kommissar Frank Steier (Joachim Król) sagt vor Gericht als Zeuge gegen den jungen Nico (Maik Rogge) aus, durch dessen Schuld ein kleines Mädchen starb. Doch der Anwalt des Täters macht Steiers Alkoholsucht öffentlich, stellt seine Glaubwürdigkeit infrage und demontiert sein Ansehen. Verbittert und gekränkt kündigt der Kommissar seinen Rückzug an, aber der ungesühnte Tod des Kindes lässt ihn nicht los. Ist Selbstjustiz ein probates Mittel, jetzt, da Steier ohnehin fast nichts mehr zu verlieren hat?

Mit der Waffe im Gepäck verfolgt er Nico, seinen Bruder Robin (Vincent Krüger) und dessen Junkie-Freundin Lisa (Janina Schauer). Das Trio plant einen Einbruch, der jedoch völlig aus dem Ruder läuft. Und so finden sich die Protagonisten schließlich in dem titelgebenden "Haus am Ende der Straße" wieder - gemeinsam mit dem Ex-Polizisten Poller (grandios: Armin Rohde), der schon lange nicht mehr der Held in seinem eigenen Film ist und hier nun ein bedrückendes und quälendes Kammerspiel rund um Moral, Rache, Gerechtigkeit und das menschliche Verhalten in Extremsituationen inszeniert.

Die starke Buchvorlage von Erol Yesilkaya und Michael Proehl hat Regisseur Sebastian Marka brillant in Szene gesetzt - getoppt wird das Ganze noch von den beiden großartigen Schauspielern Król und Rohde, die die gebrochenen Existenzen Steier und Poller so intensiv verkörpern, dass dieser "Tatort" noch lange beim Zuschauer nachwirkt. Unbedingt einschalten!