Fast wie im Leben

aus Tatort & Polizeiruf 110

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HA-Kolumnistin Brigitte Koischwitz hat sich am Sonntagabend auf den neuen „Tatort“ mit Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) gefreut – doch die Freude wurde alsbald getrübt.   Foto: NDR/von der Mehden

Die Bankiersgattin Julia Holdt wird in einer niedersächsischen Kleinstadt entführt, ihr Ehemann Frank (Aljoscha Stadelmann) ist verzweifelt. "Keine Polizei" und ein hohes...

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. Von Kirsten Ohlwein

Die Bankiersgattin Julia Holdt wird in einer niedersächsischen Kleinstadt entführt, ihr Ehemann Frank (Aljoscha Stadelmann) ist verzweifelt. "Keine Polizei" und ein hohes Lösegeld fordern die Entführer. Die Parallelen zum Fall Maria Bögerl, der vor sieben Jahren die deutschen Medien beschäftigt hat, werden schon nach wenigen Szenen deutlich.

Tatsächlich ist "Der Fall Holdt", der neue "Tatort" aus Hannover, an die wahre Begebenheit "Fall Bögerl" angelehnt. LKA-Kommissarin Charlotte Lindholm nimmt die Ermittlungen auf und landet zwischen den Fronten eines persönlichen Rachefeldzuges und objektiven Ermittlungen. Denn auch Lindholm wurde kurz zuvor übel mitgespielt.

Wer den Fall Bögerl im Jahre 2010 verfolgt hat, kennt den Ausgang der Geschichte: Es gibt eine Leiche; die Bankiersgattin wird tot aufgefunden. Schnell gerät auch der Ehemann unter Verdacht, der in der Befragung zugibt, dass seine Frau sich von ihm trennen wollte und dass sie einen Liebhaber hatte. Lindholm findet auß;erdem heraus, dass Julia Holdt geschlagen wurde.

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Anne Zohra Berrached gibt ein beeindruckendes Regie-Debüt und inszeniert diesen Krimi stimmungsvoll; düster, einnehmend und Fragen aufwerfend. In der langen Lindholm-Reihe gibt es sicherlich besseren und innovativeren Stoff, doch die Annäherung an den Fall Bögerl zeigt vor allem am Ende noch einmal deutlich dessen Grausamkeit auf.