Ein Wettlauf gegen die Zeit

aus Tatort & Polizeiruf 110

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König (Anneke Kim Sarnau) und Bukow (Charly Hübner) haben eine heiße Spur zum Täter.  Foto: Schroeder/NDR

"Das Erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das Letzte, wonach er die Hand ausstreckt, das Kostbarste, was er im Leben hat, ist die Familie", heißt es im Rostocker...

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. VON KIRSTEN OHLWEIN

"Das Erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das Letzte, wonach er die Hand ausstreckt, das Kostbarste, was er im Leben hat, ist die Familie", heißt es im Rostocker "Polizeiruf 110: Familiensache" auf einer rauschenden Polizei-Party - als eine schreckliche Familientragödie gerade ihren Lauf nimmt. Arne Kreuz (Andreas Schmidt), dreifacher Vater ohne Job und von seiner Frau verlassen, tötet nach und nach das, was ihm eigentlich lieb ist: seine Familie. Für Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit; ein Wettlauf, den sie nicht gewinnen können.

Spannend, hochdramatisch und unglaublich melancholisch kommt der Jubiläumskrimi - es ist der zehnte Fall aus Rostock - daher. Regisseur Eoin Moore schafft es, alle Seiten des verzweifelt mordenden Familienvaters eindrucksvoll zu beleuchten. Er weckt eine Mischung aus Mitgefühl und Ekel und schlägt noch dazu gleichzeitig eine Brücke zu den ganz eigenen Problemen Bukows, dessen Familie auseinanderzufallen droht.

"Familiensache" hat nicht grundlos vor wenigen Wochen auf dem Hamburger Filmfest den mit 25 000 Euro dotierten Produzentenpreis gewonnen. Nachdenklich, kopfschüttelnd und tief bewegt bleibt der Zuschauer nach 90 Minuten zurück.