Doppelter Einsatz

aus Tatort & Polizeiruf 110

Thema folgen
Kein Ost-Ost-Konflikt: Bukow (Charly Hübner, v.l.), Brasch (Claudia Michelsen), König (Anneke Kim Sarnau) und Drexler (Sylvester Groth) arbeiten zusammen.  Foto: NDR/Christine Schroeder

Von Kirsten OhlweinSeien Sie gewarnt! Der neueste "Polizeiruf 110" ist ein Zweiteiler. Außerdem: Die Teams aus Rostock (mit Anneke Kim Sarnau als Katrin König und Charly...

Anzeige

. Von Kirsten Ohlwein

Seien Sie gewarnt! Der neueste "Polizeiruf 110" ist ein Zweiteiler. Außerdem: Die Teams aus Rostock (mit Anneke Kim Sarnau als Katrin König und Charly Hübner als Alexander Bukow) und Magdeburg (mit Claudia Michelsen als Doreen Brasch und Sylvester Groth als Jochen Drexler) ermitteln gemeinsam.

Da bot es sich offenbar an, die Sendezeit zu verdoppeln, damit die vier Kommissare auch ausreichend auf dem Bildschirm zu sehen sind. Nur so ist zu erklären, dass am Ende aus dem Sonntagabend-Krimi ein "Fortsetzung folgt"-Film geworden ist.

Wohl dachten sich die Macher, wenn das Drehbuch nach allen Seiten ein bisschen ausgedehnt würde, dann reiche der Stoff schon aus für 180 Minuten.

Anzeige

Aber mal ernsthaft: Treuhand-Stasi-Geldwäsche-Raubmord-Mord-Überfall-Brandanschlag-Geschichten können aufgrund ihres Treuhand-Stasi-Geldwäsche-Raubmord-Mord-Überfall-Brandanschlag-Hintergrunds einen Film inhaltlich durchaus etwas überladen. Hier tun sie es leider.

Kurz zum Inhalt des ersten Teils: Bei einem Brandanschlag auf ein Unternehmen in Magdeburg kommt die Frau des Juniorchefs ums Leben. Nur wenige Stunden später wird in einem Hotel in Rostock die Leiche eines Wirtschaftsprüfers entdeckt. Die Kommissare aus Magdeburg und Rostock ahnen zunächst nicht, dass diese beiden Fälle unmittelbar miteinander verstrickt sind, sehen aber schnell, dass sie nur gemeinsam ans Ziel kommen.

Herausragend schon im ersten Teil: die Ermittlerteams. In Rostock sind das Hübner, der als Kommissar Bukow immer ein bisschen der kleine Gangster bleibt, und Sarnau, die als Profilerin Katrin König mit stoischer Ruhe auftrumpft.

Und dann Magdeburg - dieses Team lebt ebenfalls von seinen Schauspielern: Groth, der seinem Jochen Drexler eine so undurchdringliche Tiefe gibt, dass es fast verstörend wirkt, und Michelsen, die es trotzdem noch schafft, neben Groth nicht leblos zu erscheinen.

Für Krimifans, die es am Sonntagabend schaffen, dem Film ein bisschen Hirnschmalz zu opfern, lohnt es sich, diesen "Polizeiruf 110" einzuschalten.

Anzeige

Wer jedoch einfach zu verstehende Unterhaltung erwartet und vor allem am Ende von 90 Minuten auch wirklich ein Ende braucht, der ist diesmal nicht gut aufgehoben.