Doppelschlag zum Jubiläum: München gegen Dortmund

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Leitmayr (Udo Wachtveitl, v.l.), Dalay (Aylin Tezel), Batic (Miroslav Nemec), Boenisch (Anna Schudt), Pawlak (Rick Okon) und Faber (Jörg Hartmann) ermitteln zum ersten Mal gemeinsam. Foto: ARD

50 Jahre "Tatort" - aus diesem Anlass zeigt das Erste eine Doppelfolge der besonderen Art: Die Teams aus Dortmund und München arbeiten zusammen. Klar, dass das nicht ohne...

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. Luca Modica (Beniamino Brogi) ist ein Familienmensch. Mit seiner Frau Juliane (Antje Traue) betreibt er in Dortmund eine kleine Pizzeria. Diese läuft mehr schlecht als recht, trotzdem kommen das Paar und Tochter Sofia (Emma Preisendanz) gut über die Runden. Der Grund dafür ist Lucas andere "Familia": Regelmäßig kommen mysteriöse Lieferungen, die vor Ort umgeladen werden.

Eines Tages taucht mit einer Lieferung ein ungebetener Gast auf, der aggressive Pippo Mauro (Emiliano de Martino). Luca soll dem Mörder auf der Flucht eine Unterkunft bieten, und so nistet sich der Gangster bei der Familie ein. Immer tiefer verstrickt sich der Familienvater in Pippos dunkle Geschäfte und wittert eine Chance, dem kleinbürgerlichen Leben zu entkommen. Seiner Ehefrau gefällt das gar nicht.

An dieser Stelle setzen die Dortmunder Kripo-Ermittler Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Jan Pawlak (Rick Okon) an. Sie observieren das Restaurant der Modicas und bekommen dabei unerwartete Unterstützung. Ihre Kollegen Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) reisen aus München an, um Pippo festzunehmen.

Das routinierte Duo aus Bayern und das kaputte Team aus dem Ruhrpott gerät schnell aneinander, weil sich ihre Methoden doch sehr voneinander unterscheiden. Und für ein Mitglied der bunt gemischten Gruppe soll es der letzte Fall sein.

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Packend inszeniert und meistens auf den Punkt: Regisseur Dominik Graf erzählt die Geschichte einer Familie, die durch den Nebenjob des Vaters in die Katastrophe rutscht. Dabei richtet er den Fokus vielleicht etwas zu sehr auf das Geschehen innerhalb dieses Mikrokosmus und verliert dann das eigentliche Krimi-Element aus den Augen. Das sich allerdings dank durchaus drastischer Gewalt und vor allem durch den Psychoterror des Antagonisten (den Emiliano de Martino herrlich bedrohlich spielt) immer wieder mit Kraft durchsetzt.

Besonders sehenswert ist natürlich der Schlagabtausch zwischen den in Ehren ergrauten Münchnern und Fabers angeschlagener Truppe. Diese humorvollen Dialoge lockern die traurige Story auf und vereinen sicher Fans beider Teams vor dem Fernseher.

Fazit: Wer seinen "Tatort" spannend und düster mag, sollte sich den ersten Teil des Jubiläumsfalls auf keinen Fall entgehen lassen. (Markus Engelhardt)

Das Erste zeigt den "Tatort: In der Familie (1)" am Sonntag, 29. November, um 20.15 Uhr.