Berlin bei Nacht

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Sie fühlen sich schlecht, sie kommen aus Berlin: Karow (Mark Waschke) und Rubin (Meret Becker).  Foto: rbb/Gordon Muehle

Am Rande von Berlin steht ein ausgebrannter Transporter. Darin befindet sich eine Leiche. Die gleichfalls ausgebrannten Kommissare Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow...

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. Von Markus Engelhardt

Am Rande von Berlin steht ein ausgebrannter Transporter. Darin befindet sich eine Leiche. Die gleichfalls ausgebrannten Kommissare Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) finden bald heraus: Dies ist nicht der erste Fund dieser Art. Und keiner der vorangegangenen Fälle wurde gelöst. Treibt ein Serienmörder in der Hauptstadt sein Unwesen?

Man darf gar nicht darüber nachdenken, was die "Tatort"-Ermittler andernorts aus dieser Steilvorlage gemacht hätten. Der grimmige Falke, die zähe Lindholm, die kumpeligen Kollegen aus Münster, natürlich der irre Faber – sie alle hätten sich mit der ihnen eigenen Art, mit Charakter und Profil auf die Jagd nach dem Mörder gemacht.

Und was machen die Protagonisten in Berlin aus dieser Story? Einmal mehr verlassen sie sich auf den Charme der Metropole, diesmal auch auf die leicht verworrene Geschichte mit Science-Fiction-Elementen – sie selbst, so hart das klingt, haben nämlich weder das Charisma noch genug Eigenständigkeit, um diesen Sonntagabendkrimi aus dem Mittelmaß; zu wuchten. Schon klar, dass das anders gedacht ist. Dass Karow und Rubin als kühle, leicht angeschrägte Groß;stadt-Cops angelegt wurden. Dass das hier groß;es Kino sein will, wo es nicht mal für ein kleines Fernsehspiel reicht.

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So bleibt unterm Strich einmal mehr die Hoffnung, dass sich die beiden in naher Zukunft mal zusammenraufen. Dass die Autoren ihren Figuren ein paar menschliche, nachvollziehbare Eigenschaften gönnen. Und aus Berlin endlich das wird, was es sein sollte: Handlungsort, nicht dritter Hauptdarsteller.

Das Erste zeigt den "Tatort: Dein Name sei Harbinger" am Sonntag, 10. Dezember, um 20.15 Uhr.