Angst vor der Angst

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Falke (Wotan Wilke Möhring) und Grosz (Franziska Weisz) erleben Unheimliches.  Foto: NDR/Christine Schroeder

Hautausschläge, Asthma, Wesensveränderungen – mit den Bewohnern in dem kleinen Ort in Niedersachsen stimmt etwas nicht. Schuld an allem ist das...

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. Von Conny Schneider

Hautausschläge, Asthma, Wesensveränderungen – mit den Bewohnern in dem kleinen Ort in Niedersachsen stimmt etwas nicht. Schuld an allem ist das benachbarte Fracking-Unternehmen, sagen sie. Vergifteter Boden, verseuchtes Wasser.

Dann wird ein Fahrer des Erdgas-Riesen ermordet: Arah Naderi, Einwanderer aus dem Iran. Die noch nicht so recht miteinander warm gewordenen Bundespolizisten Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Julia Grosz (Franziska Weisz) ermitteln und geraten dabei zwischen die Fronten aus fanatischen Umweltaktivisten und fragwürdigen Machtinteressen eines Erdgaskonzerns.

Umweltthriller trifft Horror – ein gewagter Mix, an den sich Regisseurin Sabine Bernardi heranwagt. Wird dieser Mut belohnt? Jein. Gerade zum Ende hin driftet der Krimi ab zu einem zu dick aufgetragenen Möchtegern-"Walking-Dead". Was die Folge jedoch bietet: düstere und unheimliche Spannung. Und das nicht zu knapp. Einziger Störfaktor dabei: die dazwischengeschobene Vater-Sohn-Problematik Falkes, die durch den Gastauftritt der Kölner Band AnnenMayKantereit noch ein wenig gestreckt wird.

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Im Kern trifft dieser "Tatort" ein daueraktuelles Problem: die Frage danach, was Angst aus Menschen machen kann. Unabhängig davon, ob sie begründet ist oder nicht.