Abschied mit leisen und lauten Tönen

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Er geht mit einem leisen Lächeln: Von Meuffels (Matthias Brandt) verabschiedet sich. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Ein letztes Mal Hanns von Meuffels: Nach 15 Fällen im Münchener "Polizeiruf 110" ist Schluss für den Kommissar zwischen philosophischer Melancholie und ungestümer...

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. Ein Abschied mit leisen und lauten Tönen. Eben von Meuffels.

Vor den Augen ihrer siebenjährigen Tochter wird Christine Paasewalk auf dem Gelände eines ehemaligen Autokinos regelrecht hingerichtet. Die Tochter kann dem Mörder ihrer Mutter entkommen. Der betreuenden Psychologin erzählt das Kind, sein Vater sei der Täter gewesen. Dieser ist seit Jahren geschieden von der Toten und hatte gute Aussichten, das alleinige Sorgerecht für die Tochter zu erhalten. Von Meuffels soll in diesem Fall gemeinsam mit der jungen Kollegin Nadja Micoud (Maryam Zaree) ermitteln. Doch seine Gedanken kreisen in erster Linie um seine gescheiterte Beziehung zu Constanze Hermann (Barbara Auer), die aus der gemeinsamen Münchener Wohnung ausgezogen und als Ausbilderin zum LKA Nürnberg gewechselt ist.

Er wird fehlen. Der Ermittler der alten Schule. Sein pedantisches Wesen. Seine liebenswerte Schrulligkeit. Sein triefender Sarkasmus. Sein mürrisches Gebrummel. "Die Nadja", wie sich seine junge Kollegin vorstellt, hat kein leichtes Spiel mit ihm. "Sie haben's mit Vornamen, oder?", knurrt er etwa. - "Ist doch netter, oder?" - "Ist ja wie bei Ikea."

Der Fall selbst hat am Ende noch die eine oder andere Ungereimtheit, aber das fällt nicht zu sehr ins Gewicht. Insgesamt ein würdiger Abgang unter der Leitung von Autor und Regisseur Christian Petzold mit einer gehörigen Portion Selbstironie: "Die Welt ist nicht immer wie um 20.15 Uhr." (Conny Schneider)

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Das Erste zeigt den "Polizeiruf 110: Tatorte" am Sonntag, 16. Dezember, um 20.15 Uhr.